Brandenburgs Gesundheitsministerin Müller setzt auf Gesundheitsregionen als Lösung für Fachkräftemangel und steigende Anforderungen im Gesundheitswesen.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Müller setzt auf Gesundheitsregionen als Lösung für Fachkräftemangel und steigende Anforderungen im Gesundheitswesen.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller plädiert in einem Gastbeitrag für das Modell der Gesundheitsregionen als zukunftsweisende Antwort auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel und steigende Qualitätsanforderungen im Gesundheitswesen. Die Krankenhausreform zwingt dazu, Versorgungsstrukturen neu zu denken. Nach Müllers Ansicht ist nicht mehr der Erhalt jedes einzelnen Krankenhausstandorts entscheidend, sondern die zuverlässige Sicherung der Versorgung für die gesamte Region. In der Gesundheitsregion Lausitz, etwa in den Städten Guben und Forst, konnte durch Kooperation statt Konkurrenz neue Perspektiven geschaffen werden. Diese Regionalisierung und sektorübergreifende Ansätze könnten sicherstellen, dass Grund- und Notfallversorgung wohnortnah bleiben, während spezialisierte Leistungen zentral gebündelt werden. Jede Region müsse gut versorgt sein, wobei nicht jeder Standort alle Dienste anbieten muss, so Müller in der Ärzte Zeitung.
Hohe Akzeptanz: Senioren stehen Digitalisierung im Gesundheitswesen offen gegenüber.
Senioren befürworten Digitalisierung im Gesundheitswesen: 92 % der über 65-Jährigen stehen digitalen Tools offen gegenüber, besonders beliebt sind Online-Buchungstools.
Senioren befürworten Digitalisierung im Gesundheitswesen: 92 % der über 65-Jährigen stehen digitalen Tools offen gegenüber, besonders beliebt sind Online-Buchungstools.
Laut einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom zeigt sich, dass 92 Prozent der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren der Digitalisierung im Gesundheitswesen positiv gegenüberstehen. Besonders die älteren Jahrgänge über 80 Jahre sind mit 95 Prozent Zustimmung überzeugt von den Möglichkeiten digitaler Tools wie E-Rezepten oder Online-Buchungstools. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont, dass digitale Gesundheitsangebote entscheidend sind, um die Versorgung einer alternden Gesellschaft sicherzustellen. Die Akzeptanz zeigt sich auch in der wachsenden Nutzung digitaler Angebote: 50 Prozent der Deutschen ab 65 vereinbaren jetzt Arzttermine online, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 18 Prozent vor fünf Jahren. Auch Terminbenachrichtigungen per SMS oder E-Mail und die Kommunikation via E-Mail oder Messenger sind auf dem Vormarsch. Trotz bisher geringerer Nutzung telemedizinischer Angebote wie Videosprechstunden besteht ein erhebliches Potenzial, da 41 Prozent dieser Altersgruppe offen für deren zukünftige Nutzung sind (Quelle: aerztezeitung.de).
Digitale Dokumentation als Mittel gegen Serientäter in der Pflege?
Digitale Medikamentendokumentation könnte im Kampf gegen Serientäter in der Pflege helfen, da Berliner und Aachener Fälle alarmieren.
Digitale Medikamentendokumentation könnte im Kampf gegen Serientäter in der Pflege helfen, da Berliner und Aachener Fälle alarmieren.
Eugen Brysch weist darauf hin, dass digitale Medikamentendokumentationen helfen könnten, potenzielle Serientäter im medizinischen Bereich frühzeitig zu erkennen. Diesbezüglich steht in Berlin ein Palliativarzt vor Gericht, während in Aachen ein Intensivpfleger, der bereits im November wegen zehnfachen Patientenmordes verurteilt wurde, nun verdächtigt wird, für hundert weitere Todesfälle verantwortlich zu sein. Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt, wie Reiner Burger für die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Die Leichtigkeit, mit der Serientäter in der Pflege und Medizin agieren können, wirft Fragen zur Sicherheit in diesen Bereichen auf.
Elektronische Patientenakte: Flächendeckende Nutzung bis 2025 geplant
Die flächendeckende Nutzung der elektronischen Patientenakte steht bis 2025 im Fokus, unterstützt von der Gematik und dem Gesundheitsministerium.
Die flächendeckende Nutzung der elektronischen Patientenakte steht bis 2025 im Fokus, unterstützt von der Gematik und dem Gesundheitsministerium.
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird seit Oktober 2025 von allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen, darunter Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken, genutzt, um medizinisch relevante Daten der Versicherten zu speichern. Patienten, die der Nutzung der ePA widersprochen haben, sind davon ausgenommen. Die Gesundheitsagentur Gematik, verantwortlich für die technische Umsetzung, wird dabei vom Bundesgesundheitsministerium sowie von Verbänden der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen unterstützt. Bisher arbeiten jedoch nicht alle Krankenhäuser flächendeckend mit der ePA. Stiftung Warentest berichtet, dass Arztpraxen nun technisch in der Lage sein sollten, Daten in die ePA einzupflegen. Diese Information stammt von der Stiftung Warentest.
Bundesrat fordert Bundesmittel statt Beitragslast für GKV und SPV
Der Bundesrat fordert, versicherungsfremde Leistungen der GKV und SPV aus Bundesmitteln statt aus Beiträgen zu finanzieren, um gesamtgesellschaftliche Aufgaben fair zu verteilen.
Der Bundesrat fordert, versicherungsfremde Leistungen der GKV und SPV aus Bundesmitteln statt aus Beiträgen zu finanzieren, um gesamtgesellschaftliche Aufgaben fair zu verteilen.
Der Bundesrat hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, versicherungsfremde Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) aus Bundesmitteln zu finanzieren, anstatt auf Beiträge der Versicherten zurückzugreifen. Diese Forderung wurde in einer Entschließung von Baden-Württemberg eingebracht und spricht sich für finanzielle "Ehrlichkeit" aus. Manfred Lucha, der baden-württembergische Gesundheitsminister, betonte, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben in den Bundeshaushalt und nicht in die Beitragskassen gehörten. Die Entschließung verwies unter anderem auf die unzureichende Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger sowie die Belastung der Pflegekassen durch Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige. Beide Sozialkassen könnten die bisherigen Lücken in der Steuerfinanzierung nicht länger ausgleichen, so der Bundesrat laut Pressebericht der Ärzte Zeitung.
Kongress „Pflege 2026“: Gesetz BEEP öffnet neue Türen, Kritik an Bürokratie
Das Gesetz BEEP sorgt für Diskussionen: Während es Türen öffnet, wird die zunehmende Bürokratie beim "Pflege 2026"-Kongress in Berlin kritisiert.
Das Gesetz BEEP sorgt für Diskussionen: Während es Türen öffnet, wird die zunehmende Bürokratie beim "Pflege 2026"-Kongress in Berlin kritisiert.
Beim Kongress „Pflege 2026“ in Berlin wurden bedeutende Erwartungen an das im Januar eingeführte Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, bekannt als BEEP, diskutiert. Professor Thomas Weiß, Fachanwalt für Arbeitsrecht, lobte das Gesetzeswerk, da es „Türen öffnet, die in unserem arztdominierten Gesundheitswesen jahrzehntelang verschlossen waren“. Weiß hob hervor, dass der Arztvorbehalt dank des neuen Paragrafen 15a im Sozialgesetzbuch (SGB) V gelockert wurde. Dennoch bleibt die Verantwortung für den Pflegeprozess klar bei den Pflegefachkräften. Staatssekretär Christian Luft aus dem Bundesgesundheitsministerium unterstrich die Notwendigkeit, die Pflegekräfte von bürokratischen Lasten zu befreien, um die steigenden Versorgungsbedarfe zu bewältigen. Kritik äußerte Dr. Jenny Wortha von den Asklepios Kliniken, die die Überregulierung als frustrierend und gefährlich bezeichnete. Pflege müsse als Chance zur Qualitätssteigerung angesehen werden, nicht als Risiko. Professor Tilmann Müller-Wolff bekräftigte: „Without nurses, medicine is just a concept.“ (Quelle: Ärzte Zeitung)
Prozess in Karlsruhe: Ärzte und Pfleger wegen tragischen Todes angeklagt
Prozess in Karlsruhe: Ärzte und Pfleger angeklagt, nachdem ein Patient in einem Pforzheimer Krankenhaus bei einem misslungenen Befreiungsversuch verbrannte.
Prozess in Karlsruhe: Ärzte und Pfleger angeklagt, nachdem ein Patient in einem Pforzheimer Krankenhaus bei einem misslungenen Befreiungsversuch verbrannte.
Ein Patient verbrannte bei lebendigem Leib in einem Krankenhaus in Pforzheim, nachdem er versucht hatte, sich selbst mittels eines Feuerzeugs von Fixierungsgurten zu befreien. Im Prozess vor dem Landgericht Karlsruhe stehen zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte unter Anklage. Ihnen wird vorgeworfen, die seitens des Bundesverfassungsgerichts vorgeschriebenen Maßnahmen zur Fixierung nicht eingehalten zu haben. Einer der Ärzte weist die Vorwürfe über seinen Verteidiger zurück, da er weder die Fixierung angeordnet noch davon Kenntnis gehabt habe. Der Vorfall ereignete sich im Mai 2023, nachdem der 58-jährige Patient mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden war. In der Notaufnahme verhielt er sich aggressiv, woraufhin er fixiert wurde. Berichten zufolge wurde der Mann anschließend über Stunden unbeaufsichtigt gelassen, was den Vorschriften widerspricht. Der Prozess soll insgesamt neun Verhandlungstage umfassen und ein Urteil wird für den 19. März erwartet.
SPRIND-Chef fordert Digitalisierung und Bürokratieabbau im Gesundheitswesen
SPRIND-Chef Andreas Zaby fordert mehr Digitalisierung und Bürokratieabbau im Gesundheitswesen, um Forschung und Innovation effizienter voranzutreiben.
SPRIND-Chef Andreas Zaby fordert mehr Digitalisierung und Bürokratieabbau im Gesundheitswesen, um Forschung und Innovation effizienter voranzutreiben.
Andreas Zaby von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) betont die Notwendigkeit von Digitalisierung, Bürokratieabbau und Risikokapital, um die Forschung im Gesundheitswesen voranzubringen. Trotz der Herausforderungen, die Innovatoren im "Valley of Death" erleben, sieht Zaby in bestimmten Bereichen positive Entwicklungen. Diese Maßnahmen könnten helfen, innovative Technologien und Forschungsergebnisse effektiver zur Marktreife zu bringen. Wie 'Ärzte Zeitung' berichtet, sind solche Veränderungen essentiell, um die Zukunft der Gesundheitsversorgung nachhaltig zu gestalten.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
29.01.2026
Gesundheitswesen 2024: 102.000 neue Jobs, Fokus auf Assistenzkräfte
102.000 neue Jobs im Gesundheitswesen 2024 – starker Anstieg bei Pflegeassistenzkräften deutet auf Trend zur Unterstützung der pflegenden Berufe hin.
102.000 neue Jobs im Gesundheitswesen 2024 – starker Anstieg bei Pflegeassistenzkräften deutet auf Trend zur Unterstützung der pflegenden Berufe hin.
Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen in Deutschland ist im Jahr 2024 erneut gestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiteten zum Jahresende rund 6,2 Millionen Menschen in diesem Sektor, was einem Zuwachs von 102.000 Personen entspricht. Besonders in (teil-)stationären Einrichtungen stieg die Zahl der Beschäftigten um 3 Prozent, was 64.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen entspricht. Krankenhäuser verzeichneten einen Anstieg von 38.000 Personen, während (teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen 21.000 neue Beschäftigte einstellten. Auch in der ambulanten Pflege erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 11.000. Die Zunahme war besonders bei Pflegeassistenzkräften mit einem Anstieg von 5,2 Prozent deutlich zu spüren, während das examinierte Pflegepersonal um 2,6 Prozent zunahm. Die Entwicklungen zeigen einen klaren Trend hin zur vermehrten Beschäftigung von Assistenzkräften in der Pflege. (Quelle: aok.de)
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
29.01.2026
RSV-Welle im Anmarsch: RKI meldet Anstieg bei Säuglingen und Kleinkindern
RSV-Ausbruch bei Kindern: RKI warnt vor steigender Infektionsrate, besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder. Grippewelle bleibt, Viruslast sinkt leicht.
RSV-Ausbruch bei Kindern: RKI warnt vor steigender Infektionsrate, besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder. Grippewelle bleibt, Viruslast sinkt leicht.
Seit einigen Wochen nimmt die Aktivität des Humanen Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) zu, nun berichtet das Robert Koch-Institut vom Beginn der RSV-Welle in seinem ARE-Wochenbericht, wie "Ärzte Zeitung" schreibt. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind betroffen, wobei die RSV-Positivenrate bei den 0- bis 4-Jährigen in der vierten Kalenderwoche 2026 bei 23 % lag, nach 14 % in der Woche zuvor. Die Grippewelle hält ebenfalls an, jedoch zeigt sich ein leichter Rückgang der Viruslast im Abwasser. Influenza A, vor allem A(H3N2)-Viren, dominieren weiterhin das Infektionsgeschehen. Aktuell wird kein erhöhtes Risiko durch neue SARS-CoV-2-Varianten gesehen, so die Einschätzung des Robert Koch-Instituts unter Berufung auf die WHO und das ECDC.
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