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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
29.04.2026
Berliner Arztpraxen vor Schließung: Existenzangst durch Sparmaßnahmen
Existenzängste in Berliner Arztpraxen: Sparmaßnahmen gefährden fast jede zweite Praxis, führend zu Leistungseinschränkungen und längeren Wartezeiten.
Existenzängste in Berliner Arztpraxen: Sparmaßnahmen gefährden fast jede zweite Praxis, führend zu Leistungseinschränkungen und längeren Wartezeiten.
Eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin hat ergeben, dass nahezu jede zweite Arztpraxis in Berlin von einer Schließung bedroht ist. Dies wurde durch die Befragung von über 2.400 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten festgestellt. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das negative Konsequenzen auf die ambulante Versorgung haben könnte, steht dabei im Zentrum der Sorgen. Mehr als 90 Prozent der Befragten sehen gravierende Auswirkungen voraus. So rechnen etwa 80 Prozent mit Leistungseinschränkungen für gesetzlich Versicherte und längeren Wartezeiten für Patienten. Über die Hälfte der Ärzte spricht von Existenzängsten, ein Drittel erwägt sogar Personalabbau oder Praxisschließung. „Das ist ein Armutszeugnis für unser Gesundheitssystem“, urteilt der Vorstand der KV Berlin. Diese erdrückenden Ergebnisse verdeutlichen die potenziellen Folgen der Sparmaßnahmen auf Initiative der Bundesgesundheitsministerin. Mehr als 1.000 Ärzte erwägen, ihre Praxen aufzugeben oder frühzeitig in den Ruhestand zu gehen. (Quelle: Ärzte Zeitung)
Studie: Frailty-Score hilft Komplikationsrisiko bei Herz-OPs einzuschätzen
Der Frailty-Score könnte helfen, das Risiko von Komplikationen bei Herz-OPs besser einzuschätzen und damit die Patientenberatung zu verbessern.
Der Frailty-Score könnte helfen, das Risiko von Komplikationen bei Herz-OPs besser einzuschätzen und damit die Patientenberatung zu verbessern.
Eine Forschungsgruppe der Universität Michigan hat herausgefunden, dass der Gebrechlichkeits-Score der Clinical Frailty Scale (CFS) bei der Risikoabschätzung für Komplikationen nach Herzoperationen nützlich sein könnte. In ihrer Studie war ein CFS-Wert von 5 oder mehr signifikant mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität assoziiert. Die Forschungsergebnisse unterstützen die Durchführung eines Frailty-Screenings vor herzchirurgischen Eingriffen, um eine entsprechende Risikoberatung zu ermöglichen. Eine solch präventive Maßnahme könnte dazu beitragen, postoperative Komplikationen besser vorherzusehen und möglicherweise zu verhindern. Diese Informationen stammen aus einer Veröffentlichung, die auf der Website der „Ärzte Zeitung“ zu finden ist.
Pflegereform: Mehr Belastung für Pflegeheimbewohner durch spätere Zuschüsse
Die geplante Pflegereform könnte Pflegeheimbewohner durch spätere Zuschüsse stärker belasten, so berichtet Stiftung Warentest.
Die geplante Pflegereform könnte Pflegeheimbewohner durch spätere Zuschüsse stärker belasten, so berichtet Stiftung Warentest.
Stiftung Warentest berichtet, dass die geplante Pflegereform der Bundesregierung Pflegebedürftige stärker belasten könnte. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant, die Pflegeversicherung finanziell zu entlasten, was jedoch zur Folge hätte, dass Bewohner von Pflegeheimen erst nach längeren Aufenthalten von Zuschüssen profitieren. Der Zuschuss von 15 Prozent der Pflegekosten soll künftig erst nach 1,5 Jahren, anstatt nach einem Jahr, gewährt werden. Zudem sollen die Kriterien zur Anerkennung der Pflegebedürftigkeit verschärft werden, was dazu führen könnte, dass weniger Menschen in den Genuss von Leistungen kommen. Dies würde die finanzielle Belastung der Pflegeversicherung verringern, indem sie Ausgaben reduziert. Die Reformpläne sind noch nicht in einen Gesetzesentwurf überführt worden. (Quelle: Stiftung Warentest)
Experten fordern digitales Diabetes-Management zur Schließung von Versorgungslücken
Experten fordern ein digitales DMP für Diabetes, um Versorgungslücken zu schließen und die Betreuung für 9,4 Millionen Betroffene zu verbessern.
Experten fordern ein digitales DMP für Diabetes, um Versorgungslücken zu schließen und die Betreuung für 9,4 Millionen Betroffene zu verbessern.
In Deutschland sind 9,4 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, wobei viele Patienten von Versorgungsbrüchen berichten, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft kritisiert. Um dem entgegenzuwirken, wird ein eigenständiges digitales Disease-Management-Programm (DMP) gefordert. Solch ein digitales DMP könnte eine kontinuierlichere Betreuung und Versorgung sicherstellen, vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erfüllt. Die Initiative wird insbesondere im Lichte der steigenden Zahl von Diabetikern und der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssystem als notwendig erachtet. Experten sehen darin eine Chance, die Versorgungslücken zu schließen und gleichzeitig das System effizienter zu gestalten. Quelle: Ärzte Zeitung.
Pflegeversicherung: Experten drängen auf rasche Reformen
Experten fordern rasche Reformen der Pflegeversicherung, um strukturelle Defizite zu beheben und das System krisenfest für die Zukunft zu gestalten.
Experten fordern rasche Reformen der Pflegeversicherung, um strukturelle Defizite zu beheben und das System krisenfest für die Zukunft zu gestalten.
Die soziale Pflegeversicherung steht vor ernsthaften Herausforderungen, die dringende Reformen erfordern. Trotz steigender Beitragssätze und wachsender Eigenanteile ist das System von strukturellen Defiziten geplagt. Die Vorstände der Krankenkassen drängen die Regierungskoalition, zügig eine weitreichende Reform auf den Weg zu bringen, die nachhaltig für die kommenden zwei Jahrzehnte Bestand hat. Zu viel Zeit dürfe nicht mehr verstreichen, um die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und eine krisenfeste Lösung zu finden. Das Problem, so die Experten, ist akut und bedarf entschlossenem Handeln. Diese dringliche Forderung wurde gegenüber der „Ärzte Zeitung“ deutlich gemacht.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
27.04.2026
„Viola“: Barrierefreies Wohnprojekt für Senioren in Bad Vilbel bis 2027
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Senioren-Wohnprojekt „Viola“ mit 256 Wohnungen, geplant für 2027. Ein Begegnungszentrum ergänzt das Angebot.
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Senioren-Wohnprojekt „Viola“ mit 256 Wohnungen, geplant für 2027. Ein Begegnungszentrum ergänzt das Angebot.
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Wohnprojekt „Viola“, dessen Fertigstellung für Anfang 2027 geplant ist, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es handelt sich um 256 seniorengerechte Mietwohnungen, die von einem Unternehmen der Familie Hopp errichtet werden. Der Wohnkomplex ist vollständig barrierefrei gestaltet und bietet Einrichtungen wie befahrbare Badezimmer und stufenlose Zugänge zu Balkonen. Die Wohnungen sollen ein Leben bis ins hohe Alter ermöglichen, ohne dass ein weiterer Umzug nötig wäre. Der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe plant vor Ort ein Begegnungszentrum mit vielfältigen Bewegungs- und Geist anregenden Aktivitäten sowie Unterstützungsangeboten im Alltag. Die Miete orientiert sich am Neubau-Niveau von Bad Vilbel, wobei über eine Umlage von 60 Euro monatlich Serviceleistungen bereitgestellt werden. Besonders ist die Vernetzung mit weiteren Generationen, wie es in der angrenzenden Nachbarschaft der Fall ist.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
26.04.2026
Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen vom BAG als unwirksam erklärt
Das BAG erklärt pauschale Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen für unwirksam, um das Recht auf Beschäftigung besser schützen zu können.
Das BAG erklärt pauschale Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen für unwirksam, um das Recht auf Beschäftigung besser schützen zu können.
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine Klausel in einem Standardarbeitsvertrag, die es Arbeitgebern erlaubt, Arbeitnehmer nach einer Kündigung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist ohne weitere Bedingungen freizustellen, unwirksam ist. Diese Praxis wurde bisher oft genutzt, um Störungen im Betrieb zu verhindern. Die Richter betonten, dass solche Freistellungen mit dem verfassungsrechtlich verankerten Recht des Arbeitnehmers auf Beschäftigung kollidieren können, da diese einseitige Freistellung den Arbeitnehmer unangemessen benachteilige. Allerdings bleibt das gesetzliche Recht zur Freistellung weiterhin bestehen, so dass Arbeitgeber im Einzelfall eine gerechtfertigte Freistellung aussprechen können. Diese Änderung im Umgang mit Standardklauseln erfordert eine stärkere Berücksichtigung individueller Interessen, wobei das Recht auf Einzelfallentscheidungen bestehen bleibt. Dies könnte insbesondere bei Profisportlern oder Bühnenkünstlern, die auf Fortführung ihrer Aktivitäten angewiesen sind, von Bedeutung sein. Quelle: F.A.Z.
Pflegekosten übersteigen Rente: Belastung für Senioren steigt deutlich
Die Pflegekosten übersteigen die Standardrente. Senioren müssen im Schnitt 3245 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen, was die finanzielle Belastung deutlich erhöht.
Die Pflegekosten übersteigen die Standardrente. Senioren müssen im Schnitt 3245 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen, was die finanzielle Belastung deutlich erhöht.
Die Pflegekosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen, und Pflegebedürftige müssen im Bundesdurchschnitt mittlerweile im ersten Heimjahr rund 3245 Euro monatlich selbst aufbringen. Dies übersteigt die Standardrente von etwa 1800 Euro deutlich. Auch bei erhöhter staatlicher Unterstützung bleiben die Eigenanteile hoch. Betroffene müssen sowohl Rente als auch Vermögen einbeziehen, um die Kosten zu decken. Wenn diese nicht ausreichen, kommt das Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ mit einem Schonvermögen von 10.000 Euro für Alleinstehende ins Spiel. Durch frühzeitige Planung kann Vermögen, inklusive Immobilien, geschützt werden. Fachanwälte raten, die Nachfolgeplanung und einen möglichen Sozialhilfeantrag gut vorzubereiten. Ein Berliner Testament könnte nachteilig sein, während ein sogenanntes Bedürftigen-Testament, das den pflegebedürftigen Partner als Vorerben einsetzt, oft vorteilhafter ist. Eine private Pflegezusatzversicherung kann finanzielle Lücken schließen und staatliche Eingriffe vermeiden. (Quelle: F.A.Z.)
Finanzlücke in Krankenkassen: 66 Reformvorschläge zur Abwendung
Gesundheitsministerin Warken präsentiert 66 Reformvorschläge, um eine drohende Finanzierungslücke bei den Krankenkassen von bis zu 40,4 Milliarden Euro zu schließen.
Gesundheitsministerin Warken präsentiert 66 Reformvorschläge, um eine drohende Finanzierungslücke bei den Krankenkassen von bis zu 40,4 Milliarden Euro zu schließen.
Der jüngste Bericht der „Finanzkommission Gesundheit“ unter Leitung von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt vor einer deutlichen Finanzierungslücke bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Ab 2027 wird mit einer Deckungslücke von 15,3 Milliarden Euro gerechnet, die bis 2030 auf 40,4 Milliarden anwachsen könnte. Zur Abwendung dieser Defizite wurden 66 Reformvorschläge präsentiert, darunter die Reduzierung von Überversorgungen in bestimmten Bereichen, die Erhöhung der Tabaksteuer sowie das umstrittene Thema der Abschaffung der beitragsfreien Ehegattenversicherung. Überraschenderweise spielen Maßnahmen zur Kostensenkung durch moderne Technologie in diesen Vorschlägen eine untergeordnete Rolle. Dies ist laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) eine Domäne der Ingenieurskunst. Das vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vorgelegte Papier zeigt Potentiale von Künstlicher Intelligenz und Robotik zur Verbesserung der Effizienz im Gesundheitssystem auf, wobei jedoch Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung bestehen. (Quelle: F.A.Z.)
Innovative Technologien verbessern Versorgung bei Long-COVID und ME/CFS.
Innovative Technologien wie KI und Wearables könnten die Versorgung von Long-COVID- und ME/CFS-Patienten revolutionieren, wie die DMEA zeigt.
Innovative Technologien wie KI und Wearables könnten die Versorgung von Long-COVID- und ME/CFS-Patienten revolutionieren, wie die DMEA zeigt.
Ärztinnen und Ärzte stehen bei der Versorgung von Patienten mit Long-COVID und ME/CFS vor großen Herausforderungen. Zur Verbesserung der Versorgung setzen Forscher auf innovative Technologien wie Wearables, Künstliche Intelligenz (KI) und Cluster-Ansätze. Während der Digital-Health-Messe DMEA wurden einige dieser fortschrittlichen Projekte vorgestellt. Diese Ansätze sollen dazu beitragen, die Versorgung der Betroffenen maßgeblich zu verbessern und neue Erkenntnisse in der medizinischen Betreuung zu gewinnen. Die Forscher hoffen, durch die Nutzung moderner Technologien neue Wege in der Diagnostik und Therapie dieser komplexen Krankheitsbilder zu erschließen. Quelle: Ärzte Zeitung.
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