Bei überaktiver Blase sollen Hausärzte, Gynäkologen, Urologen und Geriater enger kooperieren, um Diagnose und Therapie zu verbessern.
Bei überaktiver Blase sollen Hausärzte, Gynäkologen, Urologen und Geriater enger kooperieren, um Diagnose und Therapie zu verbessern.
Bei der Versorgung von Menschen mit überaktiver Blase sollten Hausärzte, Gynäkologen, Urologen und gegebenenfalls Geriater enger zusammenarbeiten. Nach Angaben der „Ärzte Zeitung“ fehlt es bislang häufig an strukturierten Abläufen. Dadurch werde die Erkrankung teils spät erkannt, unzureichend diagnostiziert oder verspätet beziehungsweise nicht wirksam behandelt. Abgestimmte Behandlungspfade sowie klare Regeln für Überweisungen und Rücküberweisungen könnten die Versorgung verbessern. Ziel sei eine individuell geeignete Therapie und eine der chronischen Erkrankung angemessene langfristige Betreuung. Der Beitrag entstand mit Unterstützung der Apogepha Arzneimittel GmbH.
Welthändewaschtag: BIÖG räumt mit Hygieneirrtümern auf
Zum Welthändewaschtag klärt das BIÖG über Hygieneirrtümer auf: Entscheidend sind Seife, gründliches Einreiben und 20 bis 30 Sekunden Waschzeit.
Zum Welthändewaschtag klärt das BIÖG über Hygieneirrtümer auf: Entscheidend sind Seife, gründliches Einreiben und 20 bis 30 Sekunden Waschzeit.
Zum Welthändewaschtag am 15. Oktober startet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) die Plakatkampagne „Wo waren deine Hände heute?“. Sie soll in Sanitärräumen über richtiges Händewaschen informieren und verbreitete Irrtümer ausräumen. Wie bereits wissenschaftlich bestätigt, ist die Wassertemperatur für die Entfernung von Krankheitserregern nicht entscheidend. Neu im Fokus steht, dass Wasser allein weniger wirksam ist als die Kombination mit Seife. Die Hände sollten 20 bis 30 Sekunden lang an allen Stellen eingeseift werden. Antimikrobielle Seifen bieten gesunden Menschen im Privathaushalt laut BIÖG in der Regel keinen zusätzlichen Nutzen; Desinfektionsmittel seien dort nur in begründeten Ausnahmefällen nötig. Zu häufiges Waschen mit starken Reinigungsmitteln könne zudem den natürlichen Säureschutzmantel der Haut belasten. Empfohlen werden Wasser und milde, pH-neutrale Seife. Einrichtungen und Betriebe können Plakate und Aufkleber kostenfrei beim BIÖG bestellen.
Studie: KI erstellt verständliche Rheuma-Entlassungsbriefe
Eine Pilotstudie zeigt: KI kann verständliche Rheuma-Entlassungsbriefe erstellen. 30 Betroffene bewerteten die Schreiben sehr positiv.
Eine Pilotstudie zeigt: KI kann verständliche Rheuma-Entlassungsbriefe erstellen. 30 Betroffene bewerteten die Schreiben sehr positiv.
Die Erstellung laienverständlicher Entlassungsbriefe zu rheumatologischen Erkrankungen mithilfe eines großen Sprachmodells ist offenbar machbar. In einer Pilotstudie mit 30 Betroffenen wurden die automatisiert erstellten Schreiben sehr gut angenommen und könnten verständlicher sein als herkömmliche Arztbriefe. Das berichtete eine Arbeitsgruppe laut aerzteblatt.de beim Deutschen Rheumatologiekongress 2026 in Leipzig. Die Ergebnisse wurden im Abstractband des Kongresses veröffentlicht.
CDU hält an Rentenanrechnung für häusliche Pflege fest
Die CDU will häusliche Pflegezeiten weiter auf die Rente anrechnen und rückt damit von früheren Koalitionsplänen für Kürzungen ab.
Die CDU will häusliche Pflegezeiten weiter auf die Rente anrechnen und rückt damit von früheren Koalitionsplänen für Kürzungen ab.
Die Anrechnung häuslicher Pflegezeiten auf die Rente soll erhalten bleiben. Das bekräftigte das CDU-Präsidium laut „Deutschem Ärzteblatt“ in einem Positionspapier. Pflegende Angehörige leisteten Außergewöhnliches und stützten den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie das Pflegesystem. Damit rückt die CDU von früheren Koalitionsplänen ab, die Rentenanrechnung zu reduzieren. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hatte diesen Kurswechsel bereits bei der Vorstellung des Entwurfs zum Pflegeneuordnungsgesetz angekündigt. Die geplante Reform der Pflegeversicherung soll zudem verhindern, dass das Defizit auf kommunaler Ebene weiter steigt.
Trotz Hitzewellen weniger Sterbefälle im dritten Quartal
Trotz Hitzewellen starben im dritten Quartal 2026 rund 3.000 Menschen weniger als im Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2025.
Einordnung: Destatis bilanziert das dritte Quartal: Trotz hitzebedingter Spitzen gab es rund 3.000 Todesfälle weniger als im Mittel 2022 bis 2025.
Vorher: „Hitzewelle 2026: Sterberate in Deutschland um 32 % gestiegen“ (14.07.2026)
Trotz Hitzewellen starben im dritten Quartal 2026 rund 3.000 Menschen weniger als im Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2025.
Im dritten Quartal 2026 sind in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 230.428 Menschen gestorben. Während der Hitzewelle zum Monatswechsel Juni/Juli lagen die Sterbefallzahlen in der betreffenden Woche 28 Prozent über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Eine weitere Hitzephase vom 27. Juli bis 9. August ging mit jeweils vier Prozent höheren Wochenwerten einher. Außerhalb der Hitzewellen blieben die Zahlen dagegen meist unter den Vergleichswerten. Insgesamt wurden im dritten Quartal rund 3.000 Todesfälle weniger registriert als im Mittel der Jahre 2022 bis 2025. Im Juni allein hatte die Zahl noch fast 8.000 Fälle über dem Vergleichswert gelegen. Für Juli meldet Destatis ein Plus von vier Prozent, für August ein Minus von zwei und für September ein Minus von fünf Prozent.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
13.10.2026
Junge Menschen setzen auf Sicherheit und Wertschätzung
Sicherheit, Gesundheit und Wertschätzung zählen für junge Menschen mehr als Extras. Viele erleben jedoch Aggression, Mobbing oder sexuelle Belästigung.
Sicherheit, Gesundheit und Wertschätzung zählen für junge Menschen mehr als Extras. Viele erleben jedoch Aggression, Mobbing oder sexuelle Belästigung.
Junge Menschen legen in Ausbildung und Studium mehr Wert auf Sicherheit, Gesundheit und Wertschätzung als auf Jobtickets oder Prämien. Das zeigt das repräsentative „DGUV Barometer Bildungswelt 2026“. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung wurden 710 Menschen zwischen 16 und 26 Jahren befragt.
Von den Auszubildenden berichten 91 Prozent, dass Sicherheit und Gesundheit vermittelt werden; 72 Prozent fühlen sich gut auf ein sicheres Berufsleben vorbereitet. Respekt und Wertschätzung sind für 98 Prozent wichtig oder sehr wichtig. Zugleich haben 42 Prozent verbale Aggressionen, 28 Prozent Mobbing und 24 Prozent sexuelle Belästigung erlebt oder beobachtet.
Unter Studierenden kennen 35 Prozent bei Sicherheits- und Gesundheitsproblemen keine Ansprechstelle. Bei Auszubildenden sind es zwölf Prozent. DGUV-Hauptgeschäftsführer Stephan Fasshauer fordert klare Strukturen und Prävention unabhängig vom Bildungsweg. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützen Betriebe und Bildungseinrichtungen dabei.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
12.10.2026
Portal aktualisiert Überblick zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung
Sozialpolitik-aktuell.de bündelt neue Analysen zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung – darunter Studien zu Integration und Berufsanerkennung in der Pflege.
Sozialpolitik-aktuell.de bündelt neue Analysen zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung – darunter Studien zu Integration und Berufsanerkennung in der Pflege.
Das Informationsportal sozialpolitik-aktuell.de hat seine Übersicht zum Fachkräftebedarf aktualisiert. Neu aufgenommen wurde eine Untersuchung zur Fachkräfteeinwanderung und zu Integrationsprozessen in einem bayerischen Klinikverbund. Das von Andrea Müller und Eckhard Geitz verfasste Working Paper erschien im Oktober 2026 bei der Hans-Böckler-Stiftung. Die Themenseite bündelt außerdem aktuelle Analysen zu Fachkräfteengpässen, Arbeitsmarktprognosen, Zuwanderung und Strategien der Personalgewinnung. Für Pflegeeinrichtungen verweist das Portal unter anderem auf eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung zu Chancen, Hürden und Erfolgsfaktoren bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.
AfD fordert Auskunft zur Finanzlage der Pflegeversicherung
Die AfD fordert von der Bundesregierung Zahlen zur Finanzlage der Pflegeversicherung und zur möglichen Entwicklung der Beitragssätze 2027.
Die AfD fordert von der Bundesregierung Zahlen zur Finanzlage der Pflegeversicherung und zur möglichen Entwicklung der Beitragssätze 2027.
Die AfD-Fraktion verlangt von der Bundesregierung Auskunft zur aktuellen Finanzlage der Sozialen Pflegeversicherung. In einer Kleinen Anfrage erkundigt sie sich nach der Liquidität zum Ende des ersten Halbjahres 2026 und der voraussichtlichen Entwicklung der Beitragssätze im Jahr 2027. Hintergrund sind laut Deutschem Bundestag wachsende Defizite sowie steigende Belastungen für Beitragszahler und Pflegebedürftige durch höhere Eigenanteile. Damit rücken neben den bereits angekündigten Anträgen zur Pflegefinanzierung nun konkrete Angaben der Bundesregierung zur Finanzentwicklung in den Fokus.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
12.10.2026
Linnemann will Gesundheitssystem für Kriegsfall rüsten
Bundesgesundheitsminister Linnemann will das Gesundheitswesen auf einen möglichen Krieg vorbereiten und Infrastruktur, Personal sowie Lieferketten stärken.
Bundesgesundheitsminister Linnemann will das Gesundheitswesen auf einen möglichen Krieg vorbereiten und Infrastruktur, Personal sowie Lieferketten stärken.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will das Gesundheitssystem dringend auf kriegsbedingte Krisen vorbereiten. Gesundheitspolitik sei inzwischen ein fester Bestandteil der Sicherheitspolitik, sagte er laut Deutschem Ärzteblatt beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin. Maßnahmen für mehr Krisenfestigkeit sollen im angekündigten Gesundheitssicherstellungsgesetz geregelt werden. Einen Termin für den zuletzt für den Spätsommer erwarteten Entwurf nannte Linnemann nicht; das Ministerium werde ihn „bald“ vorlegen.
Erforderlich seien Investitionen in Infrastruktur, Personal und Material sowie weniger Abhängigkeit von einzelnen pharmazeutischen Lieferketten. Dabei dürfe Krisenvorsorge nicht mit einer noch höheren Belastung von Ärzten, Pflege- und Rettungskräften erkauft werden. Linnemann forderte attraktivere Arbeitsbedingungen und ausreichende Ausbildungskapazitäten. Das System müsse auf das schlimmste Szenario, einen Krieg gegen die NATO, vorbereitet sein.
Die OECD beziffert Pandemievorsorge auf jährlich 5,90 Dollar pro Kopf – und stellt den Ausgaben mögliche Billionenschäden durch neue Pandemien gegenüber.
Die OECD beziffert Pandemievorsorge auf jährlich 5,90 Dollar pro Kopf – und stellt den Ausgaben mögliche Billionenschäden durch neue Pandemien gegenüber.
Die OECD warnt davor, Investitionen in die Pandemievorsorge trotz anderer politischer Prioritäten zu vernachlässigen. Neu sind konkrete Modellrechnungen zu Kosten und Nutzen: Der Ausbau von Vorsorge und Reaktionsfähigkeit würde in den OECD-Ländern über zehn Jahre durchschnittlich sieben Milliarden Dollar jährlich beziehungsweise 5,90 Dollar pro Einwohner kosten. Demgegenüber beziffert die Organisation den weltweiten wirtschaftlichen Schaden der Coronapandemie bis 2024 auf 13,8 Billionen Dollar, berichtet aerzteblatt.de.
Frühzeitige lokale Infektionsschutzmaßnahmen, Telearbeit, Quarantäne und begrenzte Inlandsreisen könnten laut OECD Todesfälle und wirtschaftliche Verluste verringern sowie härtere Eingriffe vermeiden. Entscheidend seien leistungsfähige Meldesysteme einschließlich Abwasserüberwachung sowie Vorräte an Masken, Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln. Fachleute sehen in Deutschland zugleich Nachholbedarf bei der Bewertung nicht pharmazeutischer Maßnahmen und bei vorbereiteten Verfahren für schnelle Studien.
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