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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
16.10.2026
Länder fordern Nachbesserungen bei der Notfallreform
Die Länder begrüßen die Notfallreform, fordern im Bundesrat aber Nachbesserungen bei Finanzierung und Mitsprache bei integrierten Notfallzentren.
Einordnung: Nach dem Bundestagsbeschluss fordern Länder im Bundesrat Nachbesserungen bei Finanzierung und Standortplanung der Notfallzentren.
Vorher: „Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung“ (15.10.2026)
Die Länder begrüßen die Notfallreform, fordern im Bundesrat aber Nachbesserungen bei Finanzierung und Mitsprache bei integrierten Notfallzentren.
Nach dem Bundestagsbeschluss zur Notfallreform zeichnet sich im Bundesrat Nachbesserungsbedarf ab. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, soll die Novelle im November die Länderkammer erreichen. Mecklenburg-Vorpommern begrüßt insbesondere die engere Zusammenarbeit von Rettungsdienst, ärztlichem Bereitschaftsdienst und Kliniken sowie die Anerkennung der Notfallrettung als eigenständige Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Zugleich fordert das Land eine dauerhaft gesicherte Finanzierung und Mitsprache bei den Standorten integrierter Notfallzentren. Brandenburg warnt vor Finanzierungslücken, weil sich die Personalkosten an der Grundlohnrate statt an den tatsächlichen Ausgaben orientieren sollen. Auch Niedersachsen verlangt Klarheit über die Finanzierung der Rettungsdienste und eine stärkere Beteiligung der Länder an der Standortplanung. Brandenburg kündigte Änderungsanträge für das Bundesratsverfahren an.
Medizinisches Fachpersonal nutzt immer häufiger KI
Medizinisches Fachpersonal nutzt zunehmend KI: OpenEvidence verzeichnete in zweieinhalb Jahren 270 Millionen Anfragen von 950.000 Nutzern.
Medizinisches Fachpersonal nutzt zunehmend KI: OpenEvidence verzeichnete in zweieinhalb Jahren 270 Millionen Anfragen von 950.000 Nutzern.
Medizinisches Fachpersonal nutzt zunehmend Künstliche Intelligenz als Informationsquelle. Mehr als 950.000 Angehörige medizinischer Berufe stellten innerhalb von zweieinhalb Jahren über 270 Millionen Anfragen an die KI-gestützte Informationsplattform OpenEvidence. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt unter Berufung auf eine im Fachjournal JAMA veröffentlichte Studie. Damit rückt neben möglichen Effizienzgewinnen im Arbeitsalltag nun die stark wachsende Nutzung von KI für medizinische Auskünfte in den Fokus.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
16.10.2026
Notfallreform greift an entscheidenden Stellen zu kurz
Die Notfallreform soll die Akutversorgung besser koordinieren. Doch unverbindliche Standards und Länderhoheit lassen laut F.A.Z. zentrale Lücken.
Einordnung: Die F.A.Z. kritisiert unverbindliche Leitstellenstandards und weiter mögliche Länderentscheidungen zur Verknüpfung von 112 und Bereitschaftsdienst.
Vorher: „Bundestag beschließt umstrittene Reform der Notfallversorgung“ (15.10.2026)
Die Notfallreform soll die Akutversorgung besser koordinieren. Doch unverbindliche Standards und Länderhoheit lassen laut F.A.Z. zentrale Lücken.
Die vom Bundestag beschlossene Notfallreform ist nach Einschätzung der F.A.Z. ein wichtiger Schritt, greift aber an entscheidenden Stellen zu kurz. Bislang arbeiteten Leitstellen, Rettungsdienste, Krankenhäuser und Vertragsärzte häufig unkoordiniert. Überfüllte Notaufnahmen, regional unterschiedliche Hilfsfristen und uneinheitliche Vorgaben für Leitstellen seien die Folge. Das kleinteilig organisierte Rettungswesen verursache zudem hohe Kosten, ohne eine verlässlich gleichwertige Versorgung sicherzustellen. Nach dem Bundestagsbeschluss komme es nun auf Nachbesserungen an: Qualitätsstandards für Leitstellen blieben voraussichtlich unverbindlich. Auch über die fachlich gebotene Verknüpfung des Notrufs 112 mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst könnten die Länder weiterhin selbst entscheiden. Die F.A.Z. wertet die Reform deshalb noch nicht als Beleg für einen umfassenden Reformwillen der Koalition.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
16.10.2026
Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung
Der Bundestag hat die Notfallreform beschlossen: Geplant sind integrierte Notfallzentren, vernetzte Rufnummern und neue digitale Hilfsangebote.
Bereits gemeldet: Der Bundestagsbeschluss zur Reform der Notfallversorgung wurde bereits gemeldet.
Vorher: „Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung“ (15.10.2026)
Der Bundestag hat die Notfallreform beschlossen: Geplant sind integrierte Notfallzentren, vernetzte Rufnummern und neue digitale Hilfsangebote.
Der Bundestag hat die Notfallreform mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen beschlossen. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts sollen bundesweit Integrierte Notfallzentren entstehen und die Rufnummern 112 und 116117 digital verknüpft werden. Neu vorgesehen sind auch Weiterleitungen an notfallpflegerische, palliativmedizinische und sozialpsychiatrische Dienste. Die 116117 soll rund um die Uhr telefonische oder videobasierte Hilfe und bei Bedarf eine aufsuchende Versorgung anbieten. Notfallhelfer-Apps sollen bundesweit verfügbar werden. Ärzteverbände warnen vor teuren Parallelstrukturen und zusätzlicher Personalbelastung, während Krankenkassen eine zügige Umsetzung fordern. Das Gesetz soll voraussichtlich am 20. November im Bundesrat beraten werden; dessen Zustimmung ist nicht erforderlich.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
15.10.2026
Charité-Pflegekräfte erneut im Warnstreik
Pflegekräfte der Berliner Charité streiken am 15. und 16. Oktober für bessere Entlastungsregeln. Die Klinik sichert die Notfallversorgung zu.
Pflegekräfte der Berliner Charité streiken am 15. und 16. Oktober für bessere Entlastungsregeln. Die Klinik sichert die Notfallversorgung zu.
Pflegekräfte der Berliner Universitätsmedizin Charité sind am 15. und 16. Oktober erneut in den Warnstreik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi betrifft der Ausstand alle Schichten an den drei Standorten Virchow-Klinikum, Charité Mitte und Benjamin Franklin. Die Beschäftigten fordern den Erhalt und die Weiterentwicklung des Entlastungstarifvertrags, der Personalausstattung und Belastungsausgleich bei Unterbesetzung regelt. Die Charité hatte ihn zum 31. August gekündigt. Das Klinikum erklärte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt, die notwendige Versorgung insbesondere in Notaufnahme, Intensivmedizin, Kreißsaal und Onkologie sicherzustellen. Umstritten bleibt die Notdienstbesetzung: Das Landesarbeitsgericht bestätigte die von der Charité beantragte Regelung, Verdi legte dagegen Berufung ein. Die Gewerkschaft sieht das Streikrecht unverhältnismäßig eingeschränkt.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
15.10.2026
Brandenburg beschließt Ausbildung zur Pflegefachassistenz
Brandenburg schafft die Grundlage für die neue Pflegefachassistenzausbildung. Der Start ist für Oktober 2027 geplant.
Einordnung: Der Brandenburger Landtag hat das Umsetzungsgesetz beschlossen; der Ausbildungsstart ist voraussichtlich im Oktober 2027 möglich.
Vorher: „Brandenburg plant vereinheitlichte Pflegefachassistenz-Ausbildung bis 2027“ (03.06.2026)
Brandenburg schafft die Grundlage für die neue Pflegefachassistenzausbildung. Der Start ist für Oktober 2027 geplant.
Der Brandenburger Landtag hat mit der Mehrheit der Koalition das Umsetzungsgesetz für die Pflegefachassistenzausbildung beschlossen. Damit kann das Land voraussichtlich im Oktober 2027 als eines der ersten Bundesländer mit der neuen Ausbildung starten, berichtet aerzteblatt.de. Neu ist damit die gesetzliche Umsetzung der bereits angekündigten Vereinheitlichung: Die bislang unterschiedlichen Pflegehilfeausbildungen sollen durch eine bundeseinheitliche Ausbildung ersetzt werden. Gesundheitsminister René Wilke (SPD) erwartet eine Entlastung der Pflegefachkräfte und bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Kritik kam vom BSW: Ein Gesetz schaffe noch kein zusätzliches Personal. Für eine gute Ausbildung brauche es ausreichend Praxisanleitung; Pflegefachassistenten dürften zudem nicht als günstiger Ersatz für dreijährig ausgebildete Pflegefachkräfte eingesetzt werden.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
15.10.2026
Kongo: Gesundheitsstreik verschärft Ebola-Krise
Ein landesweiter Gesundheitsstreik verschärft im Kongo die Ebola-Krise mit mehr als 9.000 Fällen. Behandlungszentren arbeiten nur eingeschränkt.
Einordnung: Ein landesweiter Gesundheitsstreik verschärft die Ebola-Krise und schränkt Diagnostik, Kontaktnachverfolgung sowie Tests ein.
Vorher: „Neuer Ebola-Ausbruch in Kongo: 130 Tote, knappe Ressourcen erschweren Hilfe“ (20.05.2026)
Ein landesweiter Gesundheitsstreik verschärft im Kongo die Ebola-Krise mit mehr als 9.000 Fällen. Behandlungszentren arbeiten nur eingeschränkt.
In der Demokratischen Republik Kongo hat die Gewerkschaft des Gesundheitswesens trotz des massiven Ebola-Ausbruchs zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen. Sie fordert höhere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen und Gefahrenzulagen. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mitte Mai 9.144 Ebola-Fälle bestätigt, 4.410 Menschen starben. Africa CDC bezeichnet die Epidemie als den am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte. Neu verschärft der Streik die Lage auch in betroffenen Regionen. Für Ebola-Behandlungszentren ist lediglich eine stark reduzierte Mindestversorgung vorgesehen. Nach Gewerkschaftsangaben werden dadurch Diagnostik, Kontaktnachverfolgung sowie Tests antiviraler Therapien und eines Impfstoffs eingeschränkt. Bereits im August hatten Beschäftigte wegen ausstehender Löhne gestreikt, berichtet aerzteblatt.de unter Berufung auf dpa.
Erste lokale West-Nil-Infektionen in Baden-Württemberg
Erstmals haben sich zwei Menschen in Baden-Württemberg lokal mit dem West-Nil-Virus infiziert. Ein erhöhtes Risiko sieht das Landesgesundheitsamt nicht.
Erstmals haben sich zwei Menschen in Baden-Württemberg lokal mit dem West-Nil-Virus infiziert. Ein erhöhtes Risiko sieht das Landesgesundheitsamt nicht.
In Baden-Württemberg sind erstmals zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen nachgewiesen worden. Laut Sozialministerium hatten sich die Betroffenen nicht im Ausland aufgehalten und infizierten sich vermutlich im Raum Stuttgart und Karlsruhe durch Mückenstiche. Das Virus war im Land bereits 2024 bei Vögeln und Pferden festgestellt worden. Das Landesgesundheitsamt sieht derzeit kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts wurden bis zum 7. Oktober bundesweit vier weitere Fälle dokumentiert. Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliches West-Nil-Fieber, etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Bei schweren Verläufen sind Spätfolgen relativ häufig.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
15.10.2026
GKV begrüßt Reform von Notfall- und Rettungsdienst
Der GKV-Spitzenverband begrüßt die Notfallreform: Vernetzte Leitstellen und bundesweit einheitliche Standards sollen Patienten gezielter versorgen.
Bereits gemeldet: Die Verabschiedung der Notfallreform wurde bereits gemeldet; neu ist hier nur die Einordnung des GKV-Spitzenverbands.
Vorher: „Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung“ (15.10.2026)
Der GKV-Spitzenverband begrüßt die Notfallreform: Vernetzte Leitstellen und bundesweit einheitliche Standards sollen Patienten gezielter versorgen.
Der GKV-Spitzenverband begrüßt die vom Bundestag verabschiedete Notfall- und Rettungsdienstreform. Nun komme es auf eine zügige Umsetzung sowie bundesweit einheitliche, verbindliche Standards an. Neu geregelt wird insbesondere die verbindliche Vernetzung der Rettungsleitstellen unter 112 mit den Akutleitstellen unter 116 117. Abgestimmte Ersteinschätzungs- und Abfrageverfahren sollen unabhängig von Zugang und Wohnort nach gleichen Kriterien in die passende Versorgungsebene führen. Sie sollen auch in Integrierten Notfallzentren an geeigneten Krankenhausstandorten eingesetzt werden. Dort sollen Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigungen enger zusammenarbeiten; Notdienstpraxen werden zur Behandlung ambulanter Akutfälle verbindlich eingebunden. Der Rettungsdienst wird zudem als eigenständiger Leistungsbereich in das Sozialgesetzbuch V aufgenommen. Ziel sind bundesweit einheitliche Struktur- und Qualitätsvorgaben.
Nach einer TIA bleibt das Demenzrisiko über Jahre erhöht, zeigt eine Studie. Jeder fünfte Betroffene entwickelte binnen sieben Jahren eine Demenz.
Nach einer TIA bleibt das Demenzrisiko über Jahre erhöht, zeigt eine Studie. Jeder fünfte Betroffene entwickelte binnen sieben Jahren eine Demenz.
Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) geht offenbar mit einem langfristig erhöhten Demenzrisiko einher. Einer im Fachjournal „Neurology“ veröffentlichten Studie zufolge ist der Zusammenhang im ersten Jahr nach einer TIA besonders ausgeprägt, bleibt jedoch über viele Jahre bestehen. Wie Erstautor Raed A. Joundi von der McMaster University und dem Population Health Research Institute laut „Deutschem Ärzteblatt“ erklärte, entwickelte während der durchschnittlich siebenjährigen Beobachtungszeit jeder fünfte Mensch mit einer TIA eine Demenz. Das erhöhte Schlaganfallrisiko nach einer TIA sei bereits gut belegt, zum späteren Demenzrisiko sei bislang dagegen weniger bekannt.
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