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Digitalisierung und Technologie
22.04.2026
Positive Zwischenbilanz: ePA entwickelt sich zum „Gamechanger“
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte zieht die DMEA eine positive Zwischenbilanz und nennt sie bereits einen "Gamechanger" im Gesundheitswesen.
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte zieht die DMEA eine positive Zwischenbilanz und nennt sie bereits einen "Gamechanger" im Gesundheitswesen.
Ein Jahr nach dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) wird auf der E-Health-Messe DMEA eine überwiegend positive Zwischenbilanz gezogen. Hausärztin Annette Rennert aus Dortmund hebt hervor, dass die ePA sich zu einem bedeutenden Werkzeug entwickeln könnte. Trotz eines anfänglichen Chaos bei den Metadaten, erkennt Rennert in der Medikationsliste bereits einen erheblichen Nutzen, bezeichnet sie sogar als „Gamechanger“. Dennoch betont sie die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der ePA, um Prozesse innerhalb der Praxen effizienter zu gestalten und einen besseren Austausch zu ermöglichen. Laut Lena Dimde von der gematik sei die Einbindung des elektronischen Medikationsplans in die ePA entscheidend für eine sektorübergreifende Zusammenarbeit. Während die Klinikakteure ihren Beitrag ausweiten, indem sie wöchentlich 90.000 Dokumente hinzufügen, bleibt die volle Integration der ePA als strukturierte Datenplattform ein künftig zu erreichendes Ziel. Der Artikel erschien auf aerztezeitung.de.
Klimawandel steigert hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch
Der Klimawandel lässt hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch steigen, warnt der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Rasche Maßnahmen sind nötig.
Der Klimawandel lässt hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch steigen, warnt der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Rasche Maßnahmen sind nötig.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Klimawandel zunehmend die Gesundheit der Europäer beeinträchtigt. Zwischen 2015 und 2024 ist die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Vergleich zu 1991 bis 2000 in 99,6 Prozent der untersuchten Regionen gestiegen, so der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Im Durchschnitt erhöhten sich die Todesfälle um 52 pro Million Einwohner jährlich, in einigen südeuropäischen Ländern um mehr als 120. Das Übertragungsrisiko für das Dengue-Virus stieg um 297 Prozent gegenüber 1980 bis 2010. Trotz positiver Entwicklungen bei erneuerbaren Energien bestehen ernsthafte Gesundheitsrisiken durch den fortgesetzten Einsatz fossiler Brennstoffe. Joacim Rocklöv und Hedi Kriit vom Universitätsklinikum Heidelberg betonen, dass rasche Entscheidungen nötig sind, um eine Verschlimmerung der Gesundheitsfolgen zu verhindern. Quelle: FAZ.
Die Bundesregierung will moderne Wundprodukte, darunter Silberbeschichtungen, als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren, BVMed begrüßt den Vorstoß.
Die Bundesregierung will moderne Wundprodukte, darunter Silberbeschichtungen, als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren, BVMed begrüßt den Vorstoß.
Die Bundesregierung hat einen Entwurf zur Neudefinition von Verbandmitteln im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgelegt, der antimikrobielle und proteasemodulierende Wundprodukte als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren soll. Diese Erweiterung würde es ermöglichen, dass viele Wundprodukte nicht mehr individuell auf ihren Nutzen überprüft werden müssen, um erstattet zu werden, darunter auch Produkte mit Silberbeschichtungen und andere spezielle Auflagen. Der Industrieverband BVMed lobt diese Änderung als wichtigen Schritt zur Reduktion von Abgrenzungsunsicherheiten und zur erleichterten Zugänglichkeit moderner Wundversorgungsprodukte. Kritiker, wie der Gemeinsame Bundesausschuss, warnen jedoch vor möglichen Ausgabensteigerungen und bewerten die Neudefinition als Widerspruch zu evidenzbasierten Ansätzen in der Wundbehandlung. Dennoch rechnet das Gesundheitsministerium mit jährlichen Einsparungen von rund 180 Millionen Euro, wenn die Übergangsfrist für nicht nachweispflichtige Produkte endet. (Quelle: aerztezeitung.de)
Bund plant trotz Defiziten umfassende Pflegereform bis 2027, um langfristige Versorgung zu sichern. Vorschläge folgen bis Mai. Reformstart zum 1. Januar 2027.
Bund plant trotz Defiziten umfassende Pflegereform bis 2027, um langfristige Versorgung zu sichern. Vorschläge folgen bis Mai. Reformstart zum 1. Januar 2027.
Bund und Länder planen noch in diesem Jahr eine umfassende Pflegereform. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betont, dass die Pflegereform trotz der laufenden Arbeiten an der Gesundheitsreform nicht vernachlässigt wird. Ziel ist es, die Pflegeversorgung langfristig zu sichern und die finanzielle Situation zu stabilisieren. Bis Mitte Mai soll ein Vorschlag vorgelegt werden, der an die Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ anknüpft. Laut Warken ist das System zwar eine „Erfolgsgeschichte“, aber es bestehen erhebliche finanzielle Defizite. Der Pflegeversicherung fehlt im kommenden Jahr ein Betrag von sechs Milliarden Euro. Warken geht auf Medienberichte über mögliche Senkungen der Zuschüsse und höhere Beiträge für Gutverdiener nicht explizit ein, versichert jedoch, dass die Koalition die Betroffenen nicht im Stich lassen wird. Die Reform soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten, ein Zeitplan, der angesichts der schwierigen Finanzierungsfragen als ambitioniert angesehen wird. Die Meldung stammt von der „Ärzte Zeitung“.
DGIM-Whitepaper: Resilienz durch Digitalisierung und Patientensteuerung stärken
Die DGIM betont im neuen Whitepaper, dass Digitalisierung und effiziente Patientensteuerung entscheidend sind, um die Resilienz im Gesundheitswesen zu stärken.
Die DGIM betont im neuen Whitepaper, dass Digitalisierung und effiziente Patientensteuerung entscheidend sind, um die Resilienz im Gesundheitswesen zu stärken.
Das deutsche Gesundheitssystem steht aktuell unter hohem Druck, da sowohl Fachkräftemangel als auch steigende Ausgaben gepaart mit einer mäßigen Ergebnisqualität die Beteiligten herausfordern. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) präsentiert nun ein "Whitepaper" zur Resilienz im Gesundheitswesen, das als Impuls für gesundheitspolitische Entscheidungen dienen soll, berichtet die „Ärzte Zeitung“. Demnach sei eine zentrale Herausforderung die sinkende Anzahl von Ärzten im ambulanten Bereich bei steigenden Bedarfen. Das Papier fordert eine verstärkte Patientensteuerung und bessere Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitswesens sowie einen größeren Einsatz digitaler Technologien zur Vermeidung von Informationsverlusten. Besondere Aufmerksamkeit erfordert laut DGIM auch die Etablierung der hausärztlichen Versorgung als erste Anlaufstelle.
Telekom betritt ePA-Markt: Neuer Wettbewerb für IBM und Bitmarck
Die Deutsche Telekom steigt in den ePA-Markt ein und fordert IBM und Bitmarck heraus. Neuer Wettbewerb für elektronische Patientenakten zeichnet sich ab.
Die Deutsche Telekom steigt in den ePA-Markt ein und fordert IBM und Bitmarck heraus. Neuer Wettbewerb für elektronische Patientenakten zeichnet sich ab.
Der Markt der elektronischen Patientenakten (ePA) erfährt eine deutliche Belebung, da neue Anbieter bereitstehen, die bisher von IBM und Bitmarck/RISE dominierten Plattformen herauszufordern. Wie die Ärzte Zeitung berichtet, hat die Deutsche Telekom angekündigt, eine eigene ePA zu entwickeln, deren Erarbeitung bereits zu 80 % abgeschlossen ist. Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, da große Krankenkassen wie die Techniker Krankenkasse und BARMER voraussichtlich ihre ePA-Dienstleistungen ausschreiben werden—ein Prozess, der bislang bereits Unzufriedenheit bezüglich des Funktionsumfangs der bestehenden Lösungen zu Tage gefördert hat. Der bisherige Technikpartner der AOK, Ernst & Young, scheint ebenfalls Änderungen zu erwägen, da Branchenspekulationen den Cloud-Anbieter Stackit ins Spiel bringen. Ein größerer Wettbewerb wird erwartet, was von einigen im Gesundheitsministerium als positives Zeichen für ein „Erfolgsprojekt“ angesehen wird. Ob die neuen Initiativen den regulatorischen Vorgaben gerecht werden, bleibt abzuwarten.
Weniger Zuschüsse für altersgerechte Umbauten ab 2026 verfügbar
Ab 2026 stehen weniger Mittel für altersgerechte Wohnungsumbauten bereit; nur 50 Mio. Euro Fördervolumen und 10% Zuschussanteil sind verfügbar.
Ab 2026 stehen weniger Mittel für altersgerechte Wohnungsumbauten bereit; nur 50 Mio. Euro Fördervolumen und 10% Zuschussanteil sind verfügbar.
Wer seine Wohnung altersgerecht umbauen lassen möchte, kann verschiedene staatliche Zuschüsse beantragen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Diese Förderungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, kommen entweder von der staatlichen Förderbank KfW, den Förderbanken der Länder oder den Pflegekassen. Ziel ist es, älteren Mitbürgern ein möglichst langes, selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Seit dem 8. April 2026 können wieder Anträge auf Zuschüsse gestellt werden. Dieses Jahr stehen allerdings nur 50 Millionen Euro im Fördertopf bereit, was weniger ist als in früheren Jahren. Der Zuschussanteil für Umbauschritte beträgt jetzt zehn Prozent. Auch das Pflegekassen-Zuschussprogramm unterstützt "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" mit pauschal 4180 Euro, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Eine genaue Beratung wird empfohlen, da die Anträge komplex sein können und digitale Kenntnisse erfordern.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
21.04.2026
KBV und DKG kritisieren Gesundheitsministerin Warkens GKV-Stabilisierungsgesetz
KBV und DKG kritisieren Gesundheitsministerin Warkens GKV-Stabilisierungsgesetz und warnen vor Belastungen durch enge Zeitvorgaben für Vertragsärzte und Krankenhäuser.
KBV und DKG kritisieren Gesundheitsministerin Warkens GKV-Stabilisierungsgesetz und warnen vor Belastungen durch enge Zeitvorgaben für Vertragsärzte und Krankenhäuser.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisieren das von Gesundheitsministerin Nina Warken geplante Gesetz zur Stabilisierung der GKV-Beiträge. Sie monieren das enge Zeitkorsett, das im Zuge der Gesetzesumsetzung der Vertragsärzteschaft und den Krankenhäusern auferlegt wird. Gleichzeitig werden Spannungen zwischen diesen Selbstverwaltungsorganen und der Gesundheitsministerin erkennbar, weil deren Vorschlagsweise und das damit verbundene Tempo auf Widerstand stoßen. Diese Entwicklungen könnten die künftige Zusammenarbeit im Gesundheitssektor belasten. Die vollständige Meldung ist bei „Ärzte Zeitung“ nachzulesen.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
20.04.2026
Hessen beschleunigt Einwanderung qualifizierter Fachkräfte mit neuer Behörde
Hessen startet zentrale Behörde zur Beschleunigung der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte, um Unternehmen besser zu unterstützen und Verfahren zu optimieren.
Hessen startet zentrale Behörde zur Beschleunigung der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte, um Unternehmen besser zu unterstützen und Verfahren zu optimieren.
Hessen plant, die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland zu beschleunigen. Eine neue zentrale Einrichtung beim Regierungspräsidium Darmstadt soll im Herbst starten, um Unternehmen als Ansprechpartner zu dienen und die Einwanderungsverfahren zu beschleunigen. Die Minister für Inneres und Soziales, Roman Poseck (CDU) und Heike Hofmann (SPD), betonten die Bedeutung einer "fast lane" für eine effizientere Bearbeitung. Kommunale Ausländerbehörden bleiben bestehen, erhalten jedoch Entlastung durch zusätzliche Ressourcen des Sozialministeriums. Die neue Behörde soll eine koordinierende Rolle einnehmen, indem sie Kommunikationswege mit Anerkennungsbehörden und der Bundesagentur für Arbeit bündelt. Die FDP und die hessische Wirtschaft unterstützen das Vorhaben. Poseck unterstrich die Notwendigkeit eines positiven Klimas für ausländische Fachkräfte, und die AfD wurde kritisiert. Verbesserungen bei Anerkennungsverfahren bleiben zentral, um effektiv Fachkräfte zu gewinnen. (Quelle: F.A.Z.)
Berliner Palliativarzt wegen Verdachts auf Patiententötung angeklagt
Ein Berliner Palliativarzt steht wegen des Verdachts auf heimliche Tötung von 15 Patienten mit Muskelrelaxanzien vor Gericht. Ermittlungen laufen in 70 weiteren Fällen.
Ein Berliner Palliativarzt steht wegen des Verdachts auf heimliche Tötung von 15 Patienten mit Muskelrelaxanzien vor Gericht. Ermittlungen laufen in 70 weiteren Fällen.
Ein Berliner Palliativarzt, Johannes M., steht unter dem Verdacht, mindestens 15 Patienten heimlich mit Muskelrelaxanzien getötet zu haben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Dabei handelte es sich um Medikamentengaben ohne medizinische Indikation, die schnell zur Lähmung der Atemmuskulatur führten. Der Arzt soll seine Taten im Bekanntenkreis mit dem Gefühl gerechtfertigt haben, sich „als Herr über Leben und Tod“ gefühlt zu haben. Er schweigt zu den Vorwürfen, während abgehörte Gespräche mit seiner Ehefrau teils schockierende Motive und Überlegungen zur Prozessstrategie offenbaren. Die Ermittlungen laufen parallel in über 70 weiteren Fällen der Staatsanwaltschaft. Der Prozess vor dem Berliner Landgericht enthüllt dabei auch, dass der Angeklagte aktiv überlegte, wie er im Verfahren seine Aktionen rechtfertigen könne.
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