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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
23.01.2025
BKK fordert Neustart: Mehr Prävention und Freiräume für Krankenkassen
BKK fordert Neustart: Mehr Prävention und Freiheit für Krankenkassen, um mittelmäßige Versorgung durch innovative Ansätze zu verbessern, kritisiert gesetzliche Fehlanreize.
BKK fordert Neustart: Mehr Prävention und Freiheit für Krankenkassen, um mittelmäßige Versorgung durch innovative Ansätze zu verbessern, kritisiert gesetzliche Fehlanreize.
Spitzenvertreter des Dachverbands der Betriebskrankenkassen haben einen Neustart in der Gesundheitspolitik angeregt, so die "Ärzte Zeitung". Der Vorsitzende Franz Knieps forderte mehr Prävention und Beinfreiheit für Krankenkassen in der Gesetzgebung. Er kritisierte die aktuelle Gesetzeslage als voller Fehlanreize und machte die gesetzlichen Rahmen für die mittelmäßige Versorgung verantwortlich. Es müsse eine "Ermöglichungskultur" geschaffen werden, die Innovationen fördert, weg von der Pönalisierung. Ein neues Präventionsverständnis sei essentiell, da in Deutschland jährlich eine Großstadt von 100.000 Einwohnern aufgrund unzureichender Prävention sterbe. Die Prävention soll integraler Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung werden, um den Anforderungen der Versicherten, die eine stärkere Gesundheitsförderung wünschen, gerecht zu werden. Der BKK-Dachverband fordert im "Aufgabenheft" eine aktivere Rolle der Kassen als Lotsen im Gesundheitswesen und mehr Gestaltungsfreiheit für Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern.
Neue Abrechnung für Videokonferenzen stärkt Pflege-Kooperation ab April
Neue Abrechnung von Videokonferenzen ab April stärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften, verbessert die Behandlungsqualität.
Neue Abrechnung von Videokonferenzen ab April stärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften, verbessert die Behandlungsqualität.
Der neue EBM-Beschluss, der ab dem 1. April in Kraft tritt, ermöglicht es auch mitbehandelnden Ärzten, Videofallkonferenzen abzurechnen. Diese Regelung zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen vertragsärztlichen Leistungserbringern und Pflegekräften besser abzubilden. Bisher durften nur koordinierende Ärzte Videofallkonferenzen abrechnen. Doch durch die Erweiterung der Abrechnungsfähigkeit wird die Unterstützung des multiprofessionellen Austausches gestärkt, wie die Ärztezeitung berichtet. Dies könnte sowohl den Informationsfluss als auch die Behandlungsqualität in der ambulanten Versorgung verbessern. Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste dürften von dieser Neuerung profitieren, da sie eine effizientere Abstimmung zwischen den Beteiligten ermöglicht. Obgleich dies eine bürokratische Anpassung darstellt, dürfte sie signifikante Auswirkungen auf den Praxisalltag haben, indem sie den Zeitaufwand und die organisatorischen Hürden für den Austausch über Patientenfälle minimiert.
Arbeitgeber fordern Reduzierung der Sozialabgaben unter 40 Prozent
Arbeitgeber fordern Sozialabgaben unter 40%, um den steigenden Kosten im Gesundheitssystem und sinkenden Nettoeinkommen entgegenzuwirken.
Arbeitgeber fordern Sozialabgaben unter 40%, um den steigenden Kosten im Gesundheitssystem und sinkenden Nettoeinkommen entgegenzuwirken.
Angesichts der steigenden Sozialbeiträge fordern die Arbeitgeber in Deutschland von der nächsten Bundesregierung eine Reduzierung der Beitragssätze auf unter 40 Prozent, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), bezeichnete das derzeitige System als „ineffizient und zu teuer“ und forderte tiefgreifende Reformen im Gesundheitswesen. Kampeter kritisiert, dass den Beschäftigten immer weniger von ihrem Gehalt bleibt und spricht sich für mehr Wettbewerb aus. Eine Studie des Berliner Iges-Instituts prognostiziert, dass die Sozialabgabequote bis 2035 auf 49,7 Prozent ansteigen könnte. Linken-Parteichef Jan van Aken unterstützt grundsätzlich die Senkung der Sozialabgaben, fordert jedoch eine solidarische Bürgerversicherung, um die Kosten nicht auf die Beschäftigten abzuwälzen.
Fast eine halbe Million Kinder pflegen Angehörige in Deutschland
In Deutschland übernehmen fast 480.000 Kinder und Jugendliche Pflegeaufgaben in der Familie, oft unbemerkt von der Öffentlichkeit, wie eine Regierungsantwort zeigt.
In Deutschland übernehmen fast 480.000 Kinder und Jugendliche Pflegeaufgaben in der Familie, oft unbemerkt von der Öffentlichkeit, wie eine Regierungsantwort zeigt.
Knapp 480.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren übernehmen in Deutschland Verantwortung für pflegebedürftige Familienmitglieder, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Laut einem Bericht des Bundestagsnachrichtendienstes hib basiert diese Zahl auf einer Studie der Universität Witten/Herdecke. Zudem waren im Jahr 2023 insgesamt 1.000 dieser Minderjährigen als Pflegeperson in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Die Regierung betont, dass sich pflegende Kinder und Jugendliche oft nicht selbst als Pflegende wahrnehmen und daher selten über ihre Situation sprechen. Hier setzt das Projekt „Pausentaste“ mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten an, auf dessen Webseite monatlich über 4.500 Zugriffe verzeichnet werden. Quellen: Ärzte Zeitung, Bundesregierung.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
23.01.2025
Gesundheitsjobs stagnieren: Beschäftigungswachstum verlangsamt sich
Das Wachstum von Beschäftigten im Gesundheitswesen verlangsamt sich, mit nur 0,5 % Anstieg 2023 im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren, berichtet die Ärzte Zeitung.
Das Wachstum von Beschäftigten im Gesundheitswesen verlangsamt sich, mit nur 0,5 % Anstieg 2023 im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren, berichtet die Ärzte Zeitung.
Das Gesundheitswesen bleibt ein bedeutender Wirtschaftssektor in Deutschland, doch das Wachstum der Beschäftigtenzahlen hat sich im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren merklich verlangsamt, berichtet die Ärzte Zeitung. Zum Jahresende 2023 waren rund 6,1 Millionen Menschen in Gesundheitsberufen tätig, was einem leichten Anstieg von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwischen 2019 und 2023 stieg die Zahl der Beschäftigten um 5,3 Prozent, während der Anstieg in den Jahren 2015 bis 2019 noch bei 6,9 Prozent lag. Besonders ambulante Einrichtungen wie Arzt- und Zahnarztpraxen verzeichneten zwischen 2019 und 2023 einen Zuwachs von 4,3 Prozent bei der Zahl der Beschäftigten. Deutlich dynamischer verlief die Beschäftigungsentwicklung in der pharmazeutischen Industrie und dem Gesundheitsschutz. Im Jahr 2023 waren dort 174.000 beziehungsweise 48.000 Personen tätig, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab.
AOK-Bericht: 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen untersucht
Der AOK-Bericht deckt 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen auf und fordert spezialisierte Staatsanwaltschaften zur effektiveren Bekämpfung.
Der AOK-Bericht deckt 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen auf und fordert spezialisierte Staatsanwaltschaften zur effektiveren Bekämpfung.
In den vergangenen zwei Jahren sind die elf AOKen etwa 11.000 Hinweise auf Abrechnungsbetrug und weitere Vergehen im Gesundheitswesen nachgegangen. Der aktuelle AOK-Bericht "Fehlverhalten im Gesundheitswesen" beschreibt diese Entwicklungen und betont die Notwendigkeit spezialisierter Staatsanwaltschaften in allen Bundesländern. Ein prominenter Fall aus Mainz veranschaulicht die Herausforderungen: Ein Sanitätshaus rechnete Kompressionsstrümpfe für nichtexistierende Patienten ab und kollaborierte mit Ärzten, die verdeckte Zahlungen erhielten. Mehrere Beteiligte wurden schließlich verurteilt, und ein erheblicher Teil des Schadens konnte rückerstattet werden. Der Bericht zeigt, dass durch gezielte Ermittlungen Erfolge gegen solche komplexen Korruptionshandlungen erzielt werden können. Knut Lambertin vom AOK-Bundesverband fordert eine stärkere Bündelung der rechtlichen Expertise, um dem wachsenden Phänomen des Betrugs im Gesundheitswesen angemessen begegnen zu können. (Quelle: Ärzte Zeitung)
Krankenkassen kämpfen mit KI gegen Betrug in der Pflegebranche
Krankenkassen setzen KI ein, um Betrug in der Pflege aufzudecken und haben 42,8 Millionen Euro zurückgewonnen. Besonders betroffen: häusliche Krankenpflege.
Krankenkassen setzen KI ein, um Betrug in der Pflege aufzudecken und haben 42,8 Millionen Euro zurückgewonnen. Besonders betroffen: häusliche Krankenpflege.
Durch Korruption im Gesundheitswesen verliert die Versichertengemeinschaft jährlich Millionenbeträge, doch die Krankenkassen, darunter auch die elf AOKen, konnten 2022 und 2023 insgesamt 42,8 Millionen Euro an versichertem Geld zurückgewinnen, wie aerztezeitung.de berichtet. Besonders anfällig für Missbrauch ist der Bereich „Pflege / Häusliche Krankenpflege“. Aufgrund der niedrigschwelligen Zugangsregelungen für Pflegeleistungen entstehen Spielräume für Betrug, beispielsweise bei der Abrechnung von Verhinderungspflege durch pflegende Angehörige. Eine spannende Entwicklung zeigt sich im Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung von Fehlverhalten. KI kann Auffälligkeiten in der Abrechnung erkennen, die allein durch menschliche Prüfer leicht übersehen werden. Dies birgt das Potenzial, den Betrug effektiver aufzudecken, während die Einbeziehung von Hinweisgebern nach wie vor entscheidend bleibt.
Spectaris fordert bürokratiearme Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln
Der Industrieverband Spectaris fordert weniger Bürokratie bei der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln und betont deren Bedeutung für die ambulante Patientenbetreuung.
Der Industrieverband Spectaris fordert weniger Bürokratie bei der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln und betont deren Bedeutung für die ambulante Patientenbetreuung.
Der Industrieverband Spectaris betont die Bedeutung einer umfassenden und sicheren Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln, um mehr Patienten ambulant versorgen zu können. Dabei seien Hilfsmittel wie Beatmungsgeräte, Pflegebetten und Orthesen entscheidend, um die Therapie und Pflege im häuslichen Umfeld sicherzustellen. Diese Grundlagen ermöglichen es, medizinische Eingriffe ambulant durchzuführen oder Patienten nach einem Eingriff daheim weiter zu betreuen. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, fordert Spectaris in seinem neuen Positionspapier weniger Bürokratie durch standardisierte Rahmenverträge und eine einheitliche Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf alle Hilfsmittel. Zudem sei ein gesetzlicher Mechanismus notwendig, um gestiegene Kosten der Unternehmen schneller abzufangen. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an ambulanter Versorgung appelliert der Verband an eine effizientere Gestaltung der Hilfsmittelversorgung, ohne die Patientensicherheit und Versorgungsqualität zu beeinträchtigen.
Cambridge-Studie zeigt: Bestehende Medikamente wie antimikrobielle Mittel und Impfstoffe könnten das Risiko für Demenzerkrankungen senken.
Cambridge-Studie zeigt: Bestehende Medikamente wie antimikrobielle Mittel und Impfstoffe könnten das Risiko für Demenzerkrankungen senken.
Forscher der Universität Cambridge um Benjamin R. Underwood haben in der Fachzeitschrift "Alzheimer's & Dementia Translational Research & Clinical Interventions" eine Studie veröffentlicht, die darauf hindeutet, dass bestimmte bereits existierende Medikamente möglicherweise das Risiko an Demenz zu erkranken, senken könnten. Zu den in Betracht gezogenen Substanzen gehören antimikrobielle Mittel, Impfstoffe und entzündungshemmende Medikamente. Diese stehen offenbar in Zusammenhang mit einem reduzierten Risiko für Demenzerkrankungen. Solche Erkenntnisse könnten die zukünftige therapeutische Vorgehensweise bei der Behandlung von Demenz beeinflussen. (Quelle: aerzteblatt.de)
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
23.01.2025
Umfrage: Bürger fordern dringendes Handeln gegen Fachkräftemangel in Pflege
Eine Umfrage zeigt: 91% der Deutschen fordern von der nächsten Regierung dringend Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege.
Eine Umfrage zeigt: 91% der Deutschen fordern von der nächsten Regierung dringend Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege.
Eine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Siemens Betriebskrankenkasse (SBK) hat ergeben, dass der Mangel an Pflegekräften und Ärzten für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland das drängendste Thema darstellt. 91 Prozent der befragten Bürger betonen die Notwendigkeit, dass die nächste Bundesregierung den Fachkräftemangel in der Pflege dringend angehen muss, während 85 Prozent den Ärztemangel und die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung als weitere Themen ohne Aufschubpflicht erachten. Der Ärztemangel wird unabhängig vom Wohnort als besonders wichtig angesehen, wobei Stadtbewohner zu 81 Prozent, Bürger in vorstädtischen Regionen zu 84 Prozent und Landbewohner zu 89 Prozent Handlungsbedarf sehen. Hingegen schätzen nur 56 Prozent der Befragten eine stärkere Nutzung von Gesundheitsdaten zur Personalisierung der Gesundheitsversorgung als notwendig ein, während lediglich 45 Prozent in einer Ausweitung digitaler Gesundheitsangebote einen hohen Bedarf sehen. Diese Zahlen verdeutlichen den Schwerpunkt der Bürger auf akuten personellen Engpässen im Gesundheitssektor. (Quelle: aerztezeitung.de)
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