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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
07.10.2025
Gesundheitsministerin Warken plant erweiterte Befugnisse für Apotheken
Gesundheitsministerin Warken plant erweiterte Befugnisse für Apotheken zur Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rücksprache mit Ärzten.
Gesundheitsministerin Warken plant erweiterte Befugnisse für Apotheken zur Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rücksprache mit Ärzten.
Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland äußerte sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur geplanten Apothekenreform. Warken erklärte, dass Apothekern künftig erlaubt sein soll, verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rücksprache mit Medizinern abzugeben. Dies sei angesichts der alternden Gesellschaft und des Fachkräftemangels notwendig. Apotheken sollen stärker eingebunden werden, da die Hausarztpraxen ausgelastet und viele Arztsitze unbesetzt seien. Ein klares Regelwerk soll dabei sicherstellen, dass finanzielle Motive nicht über medizinischen Entscheidungen stehen. Warken betonte, dass das gesamte Gesundheitssystem neu gedacht werden müsse und dass Apotheken um Patientenversorgung zu verbessern stärker eingebunden werden müssen. In Bezug auf die Digitalisierung hob sie die Bedeutung der elektronischen Patientenakte (ePA) hervor, die sich als Erfolgsgeschichte entwickle. BMG intends to continue advancing its digital strategy with upcoming legislation focusing on electronic solutions for healthcare.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
07.10.2025
Bayerns Ärzte fordern digitale Ersteinschätzung vor Notaufnahmebesuch
Bayerns Ärzte drängen auf verpflichtende digitale Ersteinschätzung vor Notaufnahmebesuch, um Notfallkapazitäten effizienter zu nutzen.
Bayerns Ärzte drängen auf verpflichtende digitale Ersteinschätzung vor Notaufnahmebesuch, um Notfallkapazitäten effizienter zu nutzen.
Der Ersatzkassenverband und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns setzen sich für eine schnellere Umsetzung der Notfallreform ein und betonen, dass eine digitale Ersteinschätzung zur Pflicht werden sollte, bevor Patienten sich tatsächlich auf den Weg in die Notaufnahme machen. Der Appell an die Bundesregierung unterstreicht die Notwendigkeit, das Motto "Erst Anruf oder App – dann erst sich auf den Weg machen" umzusetzen, um die Kapazitäten der Notfallversorgung effizienter zu nutzen. Diese Forderung ist Teil der laufenden Diskussionen um die Reform der Notfall- und Rettungsdienste, wie auf aerztezeitung.de berichtet.
Einstellung von KV-Connect in Bayern riskant für DMP-Patientenversorgung
Einstellung von KV-Connect in Bayern gefährdet DMP-Dokumentationen: Patienten riskieren automatisches Ausscheiden aus Programmen. KIM soll nun als Lösung dienen.
Einstellung von KV-Connect in Bayern gefährdet DMP-Dokumentationen: Patienten riskieren automatisches Ausscheiden aus Programmen. KIM soll nun als Lösung dienen.
Der Kommunikationsdienst KV-Connect wird in Bayern zum 20. Oktober 2025 eingestellt. Dadurch besteht das Risiko, dass Patienten automatisch aus den Disease-Management-Programmen (DMP) herausgenommen werden, da die erforderlichen Dokumentationen nicht mehr übermittelt werden können. Ab dem 21. Oktober ist es für Arztpraxen nicht möglich, DMP-Dokumentationen über KV-Connect an die zuständige Datenstelle zu übermitteln. Dokumentationen, die nach diesem Datum versendet werden, können nicht verarbeitet werden und gelten nicht als vergütungsfähig. Als alternativer Übermittlungsweg steht die elektronische Datenübermittlung via KIM zur Verfügung. Damit gelangen die Daten direkt zur Datenstelle, und der Empfang wird wie bisher quittiert. Die Umstellung erfolgt über Softwarehersteller, Kassenärztliche Vereinigungen und Datenannahmestellen. Frühe Abstimmung mit den PVS-Herstellern wird empfohlen, um technische Herausforderungen zu meistern. Quelle: aok.de.
Jena erprobt digitalen "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda
In Jena wird ein "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda erprobt, der Bewohnern Videosprechstunden mit ärztlichem Support ermöglicht.
In Jena wird ein "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda erprobt, der Bewohnern Videosprechstunden mit ärztlichem Support ermöglicht.
In Jena testet die Stadt ein neues digitales Gesundheitsangebot, das direkt in einem Plattenbau im Stadtteil Lobeda angesiedelt ist. Dort betreiben die Stadtwerke eine barrierefreie Anlaufstelle für Videosprechstunden mit ärztlicher Unterstützung durch nichtärztliche Praxisassistenten. Als Teil eines Modellprojekts, das auf drei Jahre begrenzt ist, ermöglicht dieser "Telemedizinraum" den Einwohnern Zugang zu ärztlichen Beratungen über Videoanrufe. Laut "Ärzte Zeitung" ist es auch für Rollstuhlfahrer zugänglich und bietet mit Unterstützung von Student Aria Rouhollahi technische Hilfe für Patienten, die nicht mit moderner IT vertraut sind. Trotz der innovativen Idee bleibt die Nachfrage von Patientenseite bislang gering, was Projektleiterin Mandy Steinbrück überrascht hat. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Jena generell gut ärztlich versorgt ist, so Dr. Christine Zollmann, eine teilnehmende Dermatologin. Ziel des Projekts ist es, dieses Konzept der Digitalmedizin auch in anderen Regionen umzusetzen.
Verbesserte Therapie bei Beinulzera zeigt deutliche Fortschritte im Test
Fortschritte bei Beinulzera: Neue Ansätze zeigen signifikante Verbesserungen in der Wundheilung durch effektive Kompressionstherapie.
Fortschritte bei Beinulzera: Neue Ansätze zeigen signifikante Verbesserungen in der Wundheilung durch effektive Kompressionstherapie.
Bei der Versorgung von Menschen mit chronisch-venöser Insuffizienz und daraus resultierenden Beinulzera gibt es nach wie vor erheblichen Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Kompressionstherapie. Beim DEGAM-Kongress 2025 betonte Dr. Jonas Senft vom Universitätsklinikum Heidelberg, dass nur 14 Prozent der Betroffenen dauerhaft mit Kompression behandelt werden, obwohl dies entscheidend für die Wundheilung ist. Ein vom Innovationsfonds gefördertes Projekt, Ulcus Cruris Care (UCC), versucht durch Online-Schulungen und softwaregestütztes Fallmanagement, die Therapiesituation zu verbessern. Erste Studiendaten weisen auf einen Effekt der Interventionen hin, auch wenn die Ergebnisse bislang nicht signifikant sind. Es zeigte sich, dass die Kompressionstherapie in teilnehmenden Praxen zu 72,2 Prozent leitliniengerecht erfolgte, was zu einer signifikant höheren Wundheilungsrate und reduzierten Behandlungskosten führte. Dr. Senft schlussfolgert: „Umdenken kann sich lohnen“ (Quelle: aerztezeitung.de).
Hausärzte und Suizidassistenz: Einblicke aus der HAPASS-Studie
Die HAPASS-Studie zeigt, wie Hausärzte mit seltenen Anfragen zur Suizidassistenz umgehen – von Ablehnung bis zur intensiven Begleitung und rechtlicher Beratung.
Die HAPASS-Studie zeigt, wie Hausärzte mit seltenen Anfragen zur Suizidassistenz umgehen – von Ablehnung bis zur intensiven Begleitung und rechtlicher Beratung.
Patienten, die in der Hausarztpraxis nach Suizidassistenz fragen, gelten als seltene Erscheinung, dennoch öffnen die ersten Ergebnisse der HAPASS-Studie wertvolle Einblicke in den Umgang der Ärzte mit solchen Anfragen. Wie bei aerztezeitung.de berichtet, hat ein Ärzteteam der Uniklinik Jena herausgefunden, dass sich Hausärzte auf unterschiedliche Weise mit solchen Anfragen auseinandersetzen. Während einige Ärzte die Anfrage ablehnen, indem sie auf gesetzliche Verbote oder persönliche Werte hinweisen, suchen andere nach den Ursachen der Anfrage und sehen sie als Hilferuf, woraufhin sie intensivere Begleitung anbieten. Zudem gibt es Ärzte, die Patienten durch die Vermittlung von Kontakten zu Sterbehilfeorganisationen unterstützen oder auf Sterbetourismus hinweisen. Eine Bereitschaft zur Unterstützung erwächst oft erst nach längerem Kontakt und intensiver Beratung. Die Ärzte suchen regelmäßig kollegialen Rat, um rechtliche Unsicherheiten zu klären und emotionale Belastungen zu verarbeiten.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
02.10.2025
Hausärztemangel: Bis 2040 auch in Westdeutschland Engpass erwartet
Bis 2040 droht auch Westdeutschland ein Hausärztemangel, besonders in ländlichen Gebieten, warnt eine Studie – gezielte Maßnahmen könnten gegensteuern.
Bis 2040 droht auch Westdeutschland ein Hausärztemangel, besonders in ländlichen Gebieten, warnt eine Studie – gezielte Maßnahmen könnten gegensteuern.
Während der Hausärztemangel in Ostdeutschland bereits allgegenwärtig ist, wird bis 2040 auch in westdeutschen Ländern eine angespannte hausärztliche Versorgungslage erwartet. Das geht aus Berechnungen des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung und der Bertelsmann Stiftung hervor, wie die Ärzte Zeitung berichtet. Laut den Experten wird es insbesondere in westdeutschen Kleinstädten und auf dem Land deutlich weniger Hausärzte geben. Die Anzahl der hausärztlichen Vollzeitäquivalente könnte sich zwischen 2024 und 2040 von 51.407 auf 45.492 reduzieren. Zwei Hauptfaktoren sind dafür verantwortlich: die abnehmende Zahl der Hausärzte und eine reduzierte durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Ein gezielter Einsatz von Medizinerinnen und Medizinern in bestimmten Regionen könnte diesen Trend abschwächen, so die Empfehlungen der Studienautoren.
Stiftung Warentest: ePA ab 2025 Pflicht, Widerspruchsrecht bleibt bestehen
Ab 2025 wird die ePA Pflicht, aber Patienten können widersprechen, betont Stiftung Warentest. Arztpraxen sind größtenteils bereit für die digitale Umsetzung.
Ab 2025 wird die ePA Pflicht, aber Patienten können widersprechen, betont Stiftung Warentest. Arztpraxen sind größtenteils bereit für die digitale Umsetzung.
Stiftung Warentest hat in einer jüngsten Erklärung auf die automatische Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) hingewiesen, die seit dem 1. Oktober 2025 für Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken verpflichtend ist. Die Veröffentlichung wies darauf hin, dass die Versicherten die Möglichkeit haben, der Nutzung dieser digitalen Sammlung ihrer medizinischen Daten zu widersprechen. Die Gematik, die für die technische Umsetzung verantwortlich ist, bestätigte, dass mehr als 90 Prozent der Arztpraxen bereits in der Lage sind, die ePA zu nutzen, wobei noch einige Anpassungen bei der Praxistechnologie ausstehen. Stiftung Warentest betont, dass die Einführung der ePA zwar obligatorisch ist, jedoch ein Widerspruchsrecht besteht, das es den Patienten ermöglicht, ihre Teilnahme zu verweigern. Diese Informationen untermauern die Funktion und die digitalen Fortschritte bei der medizinischen Dokumentation in Deutschland.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
02.10.2025
Digitale Sturzprävention für Senioren: Chancen und Risiken im Fokus
Digitale Technologien zur Sturzprävention bieten Potenzial für Senioren. Eine Bonner Studie untersucht Chancen und Risiken, während Experten kontrovers darüber debattieren.
Digitale Technologien zur Sturzprävention bieten Potenzial für Senioren. Eine Bonner Studie untersucht Chancen und Risiken, während Experten kontrovers darüber debattieren.
In einer aktuellen Studie der Universitätsklinik Bonn wird untersucht, wie eine digital unterstützte Sturzprävention das Risiko von Stürzen bei geriatrischen Patienten reduzieren kann. Beim DEGAM-Kongress wurde dieses Thema kontrovers diskutiert. "Kein Test kann Stürze zuverlässig vorhersagen. Aber wir wissen, dass die Kosten für die Folgen von Sturzunfällen in den vergangenen Jahren um 130 Prozent gestiegen sind, und dass das richtige Training die Sturzwahrscheinlichkeit um bis zu 34 Prozent senken kann", erklärte Lucas Küpper von der Klinik. Die Studie sieht vor, dass Patienten digitale Fragebögen zu Hause ausfüllen und in der Praxis Mobilitätstests absolvieren, um ein speziell angepasstes Training zu erhalten. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie legen nahe, dass eine digitale, risikoadaptierte Sturzprävention als Angebot für geriatrische Patienten sinnvoll ist. Laut der Ärzte Zeitung bestehen allerdings Bedenken, dass die Patienten durch das erlangte Selbstvertrauen vermehrt Risiken eingehen könnten.
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