Milliardenkürzungen bei der GKV gefährden die ambulante und stationäre Versorgung. Experten warnen vor drastischen Einbußen bei Ärzten und Krankenhäusern.
Milliardenkürzungen bei der GKV gefährden die ambulante und stationäre Versorgung. Experten warnen vor drastischen Einbußen bei Ärzten und Krankenhäusern.
Die Sanierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist ein riskantes Unterfangen, das die ambulante und stationäre Versorgung bedroht, wie die Ärzte Zeitung berichtet. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt vor einem Einkommensverzicht von rund 2,7 Milliarden Euro allein im nächsten Jahr, was die Versorgungstiefe erheblich beeinträchtigen könnte. Auch die Krankenhäuser sind betroffen: Im Jahr 2027 sollen sie 5,1 Milliarden Euro weniger Mittel erhalten, was laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft viele Einrichtungen, insbesondere kirchliche und freigemeinnützige, in ihrer Existenz gefährden könnte. Zudem sind Einsparungen durch einen dynamischen Herstellerabschlag auf patentgeschützte Medikamente geplant, um bis 2030 jährlich bis zu sechs Milliarden Euro einzusparen. Diese Maßnahmen stoßen auf Widerstand der Betroffenen, die um die Qualität und Stabilität des Gesundheitswesens fürchten.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
23.04.2026
Physician Assistants: Entlastung in Hausarztpraxen bleibt ungenutzt
Physician Assistants könnten Hausarztpraxen erheblich entlasten, sind jedoch noch unterrepräsentiert, so Experten auf dem DGIM-Kongress.
Physician Assistants könnten Hausarztpraxen erheblich entlasten, sind jedoch noch unterrepräsentiert, so Experten auf dem DGIM-Kongress.
Ein Panel auf dem DGIM-Kongress befand, dass Physician Assistants (PAs) in Deutschland noch unterrepräsentiert in Hausarztpraxen sind, obwohl sie eine wertvolle Entlastung bieten können. Henrik Hermann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, betont die Bedeutung akademisierter Fachkräfte in Zeiten des Fachkräftemangels. Sowohl Positionspapiere als auch klare rechtliche Rahmenbedingungen sind notwendig, um den Umfang der delegierbaren Aufgaben zu klären, so Professor Peter Hüttl. In der Praxis zeigt sich die Entlastung durch PAs: Hausarzt Mark Weinhonig berichtet von positiven Erfahrungen mit einer PA, die sich auf Wundversorgung spezialisiert hat und geriatrische Medikamentenpläne überprüft. Sie hilft zudem bei Hausbesuchen, indem sie EKGs schreibt, die per Telemedizin übermittelt werden. Hermann widerspricht der Befürchtung, Ärzte könnten durch PAs obsolet werden, und plädiert für ein erweitertes Verständis der ärztlichen Rolle. (Quelle: aerztezeitung.de)
Erster mRNA-Kombinationsimpfstoff gegen Grippe und COVID-19 zugelassen
Die Europäische Kommission hat den weltweit ersten mRNA-Kombinationsimpfstoff gegen Grippe und COVID-19 für Personen ab 50 Jahren zugelassen.
Die Europäische Kommission hat den weltweit ersten mRNA-Kombinationsimpfstoff gegen Grippe und COVID-19 für Personen ab 50 Jahren zugelassen.
Der weltweit erste mRNA-Impfstoff gegen sowohl Influenza als auch COVID-19 hat von der Europäischen Kommission eine Marktzulassung erhalten, wie die Ärzte Zeitung berichtet. Das Produkt mit dem Namen mCOMBRIAX® des Herstellers Moderna ist nun in allen EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen für Personen ab 50 Jahren zugelassen. Diese Entscheidung folgte einer positiven Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur im Februar. Studien mit 8.000 Probanden zeigten, dass die Antikörperspiegel gegen Influenza und SARS-CoV-2 in einer Gruppe, die mit dem neuen Impfstoff behandelt wurde, statistisch gleichwertig waren zu den Spiegeln bei Probanden, die mono-Impfstoffe von Moderna erhielten. In Deutschland, so betont Andreas Pollner, Deutschland-Chef von Moderna, könnten die vergleichsweise niedrigen Impfquoten von einem solchen Kombinationsimpfstoff profitieren, der das Impfen sowohl für Patienten als auch medizinisches Personal vereinfachen könnte.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
22.04.2026
Ärzte kritisieren Notfallreform: 24/7-Dienste als ressourcenverschwendend
Ärzteverbände kritisieren 24/7-Notdienste als ressourcenverschwendend und warnen vor dem Scheitern der Notfallreform, die jetzt den Bundestag beschäftigt.
Ärzteverbände kritisieren 24/7-Notdienste als ressourcenverschwendend und warnen vor dem Scheitern der Notfallreform, die jetzt den Bundestag beschäftigt.
Die Notfallreform hat das Bundeskabinett passiert – nun ist der Bundestag am Zug. Wichtige Elemente wie die 24/7-Dienste werden jedoch von Praktikern aus den Praxen kritisiert. Ärzteverbände warnen, dass die rund um die Uhr verfügbaren Notdienstangebote scheitern könnten. Der Bayerische Hausärzteverband etwa lehnt einen 24/7-Fahrdienst ab, da er Ressourcen verschwende, so Dr. Wolfgang Ritter. Auch andere Verbände zeigen sich skeptisch gegenüber dem Gesetzentwurf zur Notfallreform, der als illusorisch und verwirrend bezeichnet wird. Die Kritik richtet sich besonders gegen die Pläne für einen aufsuchenden Rund-um-die-Uhr-Notdienst, der bei vielen Ärzten auf Ablehnung stößt. Das berichtet die „Ärzte Zeitung“.
Ab 2028: Häusliche Krankenpflege wird digital verordnet
Ab 2028 wird die häusliche Krankenpflege nur noch digital verordnet, um Abläufe zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Praxen und Pflegediensten zu verbessern.
Ab 2028 wird die häusliche Krankenpflege nur noch digital verordnet, um Abläufe zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Praxen und Pflegediensten zu verbessern.
Ab 2028 soll die häusliche Krankenpflege ausschließlich digital verordnet werden. Diese Neuerung betrifft alle Beteiligten, darunter Praxen, Pflegedienste und Krankenkassen, und soll das Verfahren vereinfachen, transparenter gestalten und die Fehleranfälligkeit reduzieren. Die Umstellung auf ein elektronisches Verfahren wurde von der „Ärzte Zeitung“ berichtet und zielt darauf ab, den Ablauf in der häuslichen Pflege effizienter zu gestalten. Eine solche Maßnahme könnte nicht nur den Verwaltungsaufwand verringern, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen verbessern.
Ab 2028: Häusliche Krankenpflege nur noch digital verordnet
Ab 2028 wird die häusliche Krankenpflege nur noch digital verordnet, was Abläufe vereinfacht und Transparenz sowie Effizienz erhöht.
Ab 2028 wird die häusliche Krankenpflege nur noch digital verordnet, was Abläufe vereinfacht und Transparenz sowie Effizienz erhöht.
Schon ab dem Jahr 2028 soll die häusliche Krankenpflege ausschließlich digital verordnet werden, berichtet die "Ärzte Zeitung". Das elektronische Verfahren soll die Prozesse für Praxen, Pflegedienste und Krankenkassen deutlich vereinfachen, transparenter gestalten und die Fehleranfälligkeit reduzieren. Die Einführung der digitalen Verordnung wird als wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen angesehen und ist Teil der fortschreitenden Digitalisierung im Pflegebereich. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure der Gesundheitsversorgung besser zu vernetzen und die administrative Belastung zu senken.
Digitalrevolution: ePA vor Dynamisierung durch neue Anbieter und KI
Ein Jahr nach dem ePA-Rollout beleben neue Anbieter und KI den Markt, wie auf der DMEA gezeigt. Digitalisierung wird als Schlüssel zur Versorgung gesehen.
Ein Jahr nach dem ePA-Rollout beleben neue Anbieter und KI den Markt, wie auf der DMEA gezeigt. Digitalisierung wird als Schlüssel zur Versorgung gesehen.
Ein Jahr nach dem Start des Rollouts der elektronischen Patientenakte (ePA) haben die Teilnehmer der E-Health-Messe DMEA in Berlin eine überwiegend positive Zwischenbilanz gezogen. Die Digitalisierung wird als entscheidender Faktor für die künftige Versorgungswelt angesehen. Die TeleClinic präsentierte auf der Messe Ansätze einer digital gestützten Versorgungssteuerung. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, den Ausbau der ePA-Plattformen zu beschleunigen. Zwei neue Anbieter stehen bereit, um den bisherigen Wettbewerb, der von nur zwei Unternehmen dominiert wurde, zu erweitern. Wie die "Ärzte Zeitung" berichtet, wird der Markt in dieser Hinsicht zunehmend dynamisch. Es wird betont, dass sowohl künstliche Intelligenz als auch neue Anbieter die Weiterentwicklung der ePA vorantreiben sollen. Derzeit ist die elektronische Patientenakte auf dem Weg, als Gamechanger im digitalen Gesundheitswesen etablierte Praxiswerkzeuge zu reformieren und zu ergänzen.
Positive Zwischenbilanz: ePA entwickelt sich zum „Gamechanger“
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte zieht die DMEA eine positive Zwischenbilanz und nennt sie bereits einen "Gamechanger" im Gesundheitswesen.
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte zieht die DMEA eine positive Zwischenbilanz und nennt sie bereits einen "Gamechanger" im Gesundheitswesen.
Ein Jahr nach dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) wird auf der E-Health-Messe DMEA eine überwiegend positive Zwischenbilanz gezogen. Hausärztin Annette Rennert aus Dortmund hebt hervor, dass die ePA sich zu einem bedeutenden Werkzeug entwickeln könnte. Trotz eines anfänglichen Chaos bei den Metadaten, erkennt Rennert in der Medikationsliste bereits einen erheblichen Nutzen, bezeichnet sie sogar als „Gamechanger“. Dennoch betont sie die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der ePA, um Prozesse innerhalb der Praxen effizienter zu gestalten und einen besseren Austausch zu ermöglichen. Laut Lena Dimde von der gematik sei die Einbindung des elektronischen Medikationsplans in die ePA entscheidend für eine sektorübergreifende Zusammenarbeit. Während die Klinikakteure ihren Beitrag ausweiten, indem sie wöchentlich 90.000 Dokumente hinzufügen, bleibt die volle Integration der ePA als strukturierte Datenplattform ein künftig zu erreichendes Ziel. Der Artikel erschien auf aerztezeitung.de.
Klimawandel steigert hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch
Der Klimawandel lässt hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch steigen, warnt der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Rasche Maßnahmen sind nötig.
Der Klimawandel lässt hitzebedingte Todesfälle in Europa drastisch steigen, warnt der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Rasche Maßnahmen sind nötig.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Klimawandel zunehmend die Gesundheit der Europäer beeinträchtigt. Zwischen 2015 und 2024 ist die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Vergleich zu 1991 bis 2000 in 99,6 Prozent der untersuchten Regionen gestiegen, so der "Lancet Countdown Europe Report 2026". Im Durchschnitt erhöhten sich die Todesfälle um 52 pro Million Einwohner jährlich, in einigen südeuropäischen Ländern um mehr als 120. Das Übertragungsrisiko für das Dengue-Virus stieg um 297 Prozent gegenüber 1980 bis 2010. Trotz positiver Entwicklungen bei erneuerbaren Energien bestehen ernsthafte Gesundheitsrisiken durch den fortgesetzten Einsatz fossiler Brennstoffe. Joacim Rocklöv und Hedi Kriit vom Universitätsklinikum Heidelberg betonen, dass rasche Entscheidungen nötig sind, um eine Verschlimmerung der Gesundheitsfolgen zu verhindern. Quelle: FAZ.
Die Bundesregierung will moderne Wundprodukte, darunter Silberbeschichtungen, als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren, BVMed begrüßt den Vorstoß.
Die Bundesregierung will moderne Wundprodukte, darunter Silberbeschichtungen, als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren, BVMed begrüßt den Vorstoß.
Die Bundesregierung hat einen Entwurf zur Neudefinition von Verbandmitteln im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgelegt, der antimikrobielle und proteasemodulierende Wundprodukte als erstattungsfähige Verbandmittel klassifizieren soll. Diese Erweiterung würde es ermöglichen, dass viele Wundprodukte nicht mehr individuell auf ihren Nutzen überprüft werden müssen, um erstattet zu werden, darunter auch Produkte mit Silberbeschichtungen und andere spezielle Auflagen. Der Industrieverband BVMed lobt diese Änderung als wichtigen Schritt zur Reduktion von Abgrenzungsunsicherheiten und zur erleichterten Zugänglichkeit moderner Wundversorgungsprodukte. Kritiker, wie der Gemeinsame Bundesausschuss, warnen jedoch vor möglichen Ausgabensteigerungen und bewerten die Neudefinition als Widerspruch zu evidenzbasierten Ansätzen in der Wundbehandlung. Dennoch rechnet das Gesundheitsministerium mit jährlichen Einsparungen von rund 180 Millionen Euro, wenn die Übergangsfrist für nicht nachweispflichtige Produkte endet. (Quelle: aerztezeitung.de)
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