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Pflegepolitik und Recht
06.05.2026
Gesundheitsministerin Warken zieht gemischte Bilanz bei Reformen
Gesundheitsministerin Warken zieht gemischte Bilanz: Trotz Fortschritten blieben umfassende Reformen aus, doch Pläne zur Stabilisierung der GKV stehen im Fokus.
Gesundheitsministerin Warken zieht gemischte Bilanz: Trotz Fortschritten blieben umfassende Reformen aus, doch Pläne zur Stabilisierung der GKV stehen im Fokus.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat nach einem Jahr im Amt eine durchwachsene Bilanz ihrer Reformen im Gesundheitswesen gezogen. Der angekündigte "Herbst der Reformen" blieb zwar aus, jedoch nahm Warken die Reformagenda zuletzt wieder verstärkt in Angriff. Zu den zentralen Vorhaben gehören ein Primärversorgungsmodell, die Pflege- und Notfallreform sowie umfassende Sparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der GKV droht ohne Einsparungen ein Defizit von 40 Milliarden Euro bis 2030. Vor Kurzem brachte das Bundeskabinett ein Sparpaket in Höhe von 16 Milliarden Euro auf den Weg. Diese Reformen stoßen auf geteilte Meinungen; einerseits wird Warkens Durchsetzungsvermögen gelobt, andererseits besteht innerhalb der eigenen Fraktion Uneinigkeit über die Sparmaßnahmen. Die Reformziele fokussieren auf eine flächendeckende, spezialisierte stationäre Versorgung, die Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie die finanzielle Stabilisierung der Pflegeversicherung. Trotz Fortschritten gibt es jedoch noch viele offene Baustellen. (Quelle: aerztezeitung.de)
GKV fordert Überprüfung der Vergabekriterien für Pflegegrade
Der GKV-Spitzenverband fordert eine Überprüfung der Vergabekriterien für Pflegegrade, da sich die Zahl pflegebedürftiger Versicherter rapide erhöht hat.
Der GKV-Spitzenverband fordert eine Überprüfung der Vergabekriterien für Pflegegrade, da sich die Zahl pflegebedürftiger Versicherter rapide erhöht hat.
Binnen weniger als einem Jahrzehnt hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen fast verdoppelt. Der Hauptgrund, laut einem IGES-Gutachten im Auftrag des GKV-Spitzenverbands, liegt in den großzügigen Schwellenwerten für die Zuerkennung von Pflegegraden, die seit 2017 gelten. Der Anteil der Pflegebedürftigen unter den gesetzlich Versicherten ist von 4,6 auf 7,6 Prozent gestiegen, ohne dass dies allein durch die demografische Alterung zu erklären wäre, so der Verbandsvorsitzende Oliver Blatt. Der GKV-Spitzenverband fordert daher, die Kriterien für die Pflegegrade zu überdenken. Ein hoher Anteil der Neu-Anträge stammt von jüngeren Versicherten unter 65 Jahren, die somit länger Leistungen beziehen. Diesem Umstand sollte durch eine Anpassung der Begutachtungsinstrumente Rechnung getragen werden, um das System nachhaltig finanzierbar zu halten. Die bevorstehende Pflegereform könnte hierfür eine Gelegenheit bieten. Quelle: aerztezeitung.de
AOK erweitert Pflege-Mediathek: Digitalisierung im Fokus für Fachkräfte
Die AOK erweitert ihre Mediathek um Module zur Digitalisierung, um Pflegefachkräfte bei rechtlichen, technischen und praktischen Aspekten zu unterstützen.
Die AOK erweitert ihre Mediathek um Module zur Digitalisierung, um Pflegefachkräfte bei rechtlichen, technischen und praktischen Aspekten zu unterstützen.
Die AOK hat ihre Pflege-Mediathek um zwei neue Grundlagenmodule erweitert, um Pflegefachkräften einen umfassenden Einstieg in die Digitalisierung zu bieten. Diese Module beleuchten bedeutende Aspekte wie rechtliche Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation sowie konkrete Anwendungen wie die elektronische Patientenakte, das E-Rezept und die Telematikinfrastruktur. Zudem wird praxisnah aufgezeigt, wie digitale Lösungen Arbeitsabläufe von der Pflegeplanung bis hin zur interdisziplinären Zusammenarbeit verändern und welche technologischen Voraussetzungen dafür nötig sind. Datenschutz und Qualifizierungsbedarf sind ebenfalls zentrale Themen. Die AOK zielt darauf ab, Pflegeeinrichtungen und Leistungserbringern das notwendige Wissen zu vermitteln, um die Digitalisierung aktiv mitzugestalten. Diese Meldung wurde auf der Webseite der AOK veröffentlicht.
Grenzen der Behandlung: Palliative Psychiatrie als letzte Hoffnung
Palliative Psychiatrie als letzte Hoffnung: Bei einem Drittel psychisch Erkrankter stoßen Behandlungen an ihre Grenzen. Was bleibt, wenn Therapieversuche scheitern?
Palliative Psychiatrie als letzte Hoffnung: Bei einem Drittel psychisch Erkrankter stoßen Behandlungen an ihre Grenzen. Was bleibt, wenn Therapieversuche scheitern?
Bei jedem dritten psychisch Erkrankten stößt die Behandlung an ihre Grenzen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Betroffene, die an schweren Depressionen, Schizophrenie oder Essstörungen leiden, möchten oft keine weiteren Therapieversuche mehr unternehmen, nachdem sie bereits verschiedene Behandlungsansätze wie Antidepressiva, Psychotherapie, Magnetstimulation und Elektrokrampftherapie ausprobiert haben, ohne Erfolg. Ein Beispiel ist ein Mann Anfang 60, der seit Jahrzehnten schwer depressiv ist und nach etlichen Therapieveruschen einfach seine Ruhe haben möchte, ohne weitere Behandlungen auszuprobieren. Wie diese Patienten dennoch weiter unterstützt werden können, bleibt eine Herausforderung für die palliative Psychiatrie.
Dr. Nothelfer fordert echte Digitalisierung im Gesundheitswesen
Dr. Nothelfer fordert im Gespräch mit der Ärzte Zeitung eine echte Digitalisierung im Gesundheitswesen zur Förderung präventiver Gesundheitsansätze.
Dr. Nothelfer fordert im Gespräch mit der Ärzte Zeitung eine echte Digitalisierung im Gesundheitswesen zur Förderung präventiver Gesundheitsansätze.
Im Gespräch mit der Ärzte Zeitung hebt Dr. Manuel Nothelfer, Geschäftsführer der Wellster Healthtech Group, die Notwendigkeit einer echten Digitalisierung im Gesundheitswesen hervor. Laut Nothelfer befindet sich das Gesundheitswesen derzeit lediglich in der "Phase der Elektrifizierung". Er fordert Zertifizierungsmöglichkeiten für Telemediziner und betont die präventiven Möglichkeiten digitaler Angebote. Dr. Nothelfer wirft dabei auch einen Blick auf den aktuellen Stand und die zukünftige Rolle digitaler Technologien im medizinischen Bereich. Diese Technologien könnten nicht nur Prozesse vereinfachen, sondern auch einen präventiven Gesundheitsansatz fördern, so Nothelfer im Interview weiter. Die Quelle dieser Aussagen ist die Ärzte Zeitung.
Urteil: Zweifel an Krankmeldungen nach Urlaub unter bestimmten Umständen zulässig
Krankmeldungen nach dem Urlaub können angefochten werden, wenn konkrete Zweifel bestehen – so das Urteil des Arbeitsgerichts Heilbronn.
Krankmeldungen nach dem Urlaub können angefochten werden, wenn konkrete Zweifel bestehen – so das Urteil des Arbeitsgerichts Heilbronn.
Ein aktuelles Urteil des Arbeitsgerichts Heilbronn vom 27. März 2026 beschäftigt sich mit der Frage, wann Zweifel an Krankmeldungen nach dem Urlaub gerechtfertigt sein könnten. Laut dem Arbeitsgericht sei die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im deutschen Arbeitsrecht grundsätzlich von hohem Beweiswert. Jedoch könne dieser erschüttert werden, wenn der Arbeitgeber konkrete Anhaltspunkte liefert, die ernsthafte Zweifel an der Gültigkeit der Krankschreibung rechtfertigen. Im verhandelten Fall meldete sich ein Arbeitnehmer nach genehmigtem Urlaub krank, nachdem ihm eine Verlängerung seines Urlaubs verwehrt wurde. Das Gericht fand, dass die wiederholte zeitliche Nähe zwischen Urlaub und Krankmeldung, gepaart mit dem identischen Verlauf in den beiden Vorjahren, sowie die kurzfristig angezeigte Krankheit ernsthafte Zweifel am Wahrheitsgehalt der Krankschreibungen aufwarfen. Das Urteil verdeutlicht, dass Krankmeldungen nach dem Urlaub nicht per se verdächtig sind, aber unter bestimmten Umständen angefochten werden können. (Quelle: F.A.Z.)
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
01.05.2026
Pharmaindustrie kritisiert geplanten Herstellerabschlag und warnt vor Folgen
Pharmaindustrie warnt: Geplanter Herstellerabschlag könnte Investitionen hemmen und Medikamentenversorgung in Deutschland gefährden.
Pharmaindustrie warnt: Geplanter Herstellerabschlag könnte Investitionen hemmen und Medikamentenversorgung in Deutschland gefährden.
Inmitten der Debatte um die Gesundheitsreform von Ministerin Warken laufen Vertreter der Pharmaindustrie Sturm gegen den angekündigten Herstellerabschlag, der regelmäßig erhöht werden soll. Dies, so Han Steutel, Präsident des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), entziehe der Industrie jede Planbarkeit und mache Investitionen unkalkulierbar. Die Deutschlandchefin von Sanofi, Heidrun Irschik-Hadjieff, betont, dass der kurze Zeitraum zur Bekanntgabe der Abschläge eine vorausschauende Planung erschwere. Vor allem die Einführung von Rabattverträgen für patentgeschützte Arzneimittel stößt auf Kritik. Laut Irschik-Hadjieff gefährden diese Verträge die Versorgungssicherheit und widersprechen Zusagen der Regierung, die Prävention stärken zu wollen. Sanofi etwa plant nun, Arzneimittelreserven eher für Länder mit besseren Bedingungen vorzuhalten. Vor diesen Hintergründen befürchten Branchenexperten eine verzögerte Einführung neuer Medikamente in Deutschland und mögliche Stellenstreichungen. (Quelle: F.A.Z.)
Optimierung der Inhalationstherapie bei multimorbiden älteren Patienten
Effizientere Inhalationstherapie für multimorbide ältere Patienten: Experten diskutieren beim DGIM-Kongress Anpassungen für Patienten mit Lungenerkrankungen.
Effizientere Inhalationstherapie für multimorbide ältere Patienten: Experten diskutieren beim DGIM-Kongress Anpassungen für Patienten mit Lungenerkrankungen.
Beim DGIM-Kongress wurde thematisiert, wie sich die Behandlung von multimorbiden älteren Menschen mit zusätzlichen Lungenerkrankungen optimieren lässt. Diese Erkrankungen beeinflussen das gesamte Therapieregime und erfordern spezifische Anpassungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Herausforderungen der Inhalationstherapie. Der Lungenfacharzt Sebastian Sohrab erläuterte häufige Fehler beim Einsatz von Inhalationsgeräten und wie diese vermieden werden können. Dabei betonte er, dass es insbesondere für ältere Patienten mit mehreren Diagnosen schwierig sein kann, die richtige Anwendungstechnik zu erlernen. Quelle: Ärzte Zeitung.
Herausforderungen bei der Inhalationstherapie für ältere Patienten
Ältere Patienten kämpfen mit Inhalationstherapie, warnt Lungenfacharzt Sohrab: Schulung zur Geräthandhabung entscheidend für Behandlungserfolg.
Ältere Patienten kämpfen mit Inhalationstherapie, warnt Lungenfacharzt Sohrab: Schulung zur Geräthandhabung entscheidend für Behandlungserfolg.
Einen Arzneistoff in die Lunge zu befördern, gestaltet sich insbesondere für ältere Patienten mit mehreren Erkrankungen als herausfordernd. Dies erläuterte Sebastian Sohrab, Lungenfacharzt, auf dem DGIM-Kongress. Besonders bei der Inhalationstherapie können verschiedene Probleme im Umgang mit den Geräten auftreten, die die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen. Diese Schwierigkeiten erfordern eine sorgfältige Schulung und Betreuung der Patienten, um den Therapieerfolg sicherzustellen. Informationen über die richtige Handhabung sind essenziell, um die Medikamente korrekt zu applizieren und mögliche Fehlerquellen zu minimieren. Die Quelle für diese Einschätzungen ist die „Ärzte Zeitung“, die über den Vortrag berichtete.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
30.04.2026
G-BA überarbeitet DMP Osteoporose: Anspruchsalter für Männer gesenkt
G-BA senkt Anspruchsalter für Männer im DMP Osteoporose auf 50 Jahre und aktualisiert Therapieempfehlungen sowie Einschreibekriterien.
G-BA senkt Anspruchsalter für Männer im DMP Osteoporose auf 50 Jahre und aktualisiert Therapieempfehlungen sowie Einschreibekriterien.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Disease-Management-Programm (DMP) für Osteoporose umfassend überarbeitet, wie auf aok.de berichtet wurde. Neu sind insbesondere die Absenkung des Anspruchsalters für Männer auf 50 Jahre sowie überarbeitete Einschreibekriterien und Therapieempfehlungen. Gesetzlich Versicherte mit gesicherter Osteoporose können künftig ab einem Alter von 50 Jahren am DMP teilnehmen. Die Anpassungen basieren auf aktuellen evidenzbasierten Leitlinien und umfassen auch eine Neudefinition des Frakturrisikos - ab fünf Prozent Risiko für einen Knochenbruch innerhalb der nächsten drei Jahre ist eine Einschreibung möglich. Die Aktualisierung betont zudem die Wichtigkeit von präventiven und therapeutischen Maßnahmen, wie Funktionstraining und Sturzprophylaxe. Darüber hinaus wird die medikamentöse Therapie um neue Wirkstoffe erweitert. Der Beschluss des G-BA muss nun vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft werden, bevor er in die bestehenden DMP-Verträge integriert wird.
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