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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
20.10.2025
Abhängigkeit Deutschlands von China bei Medikamenten alarmierend hoch
Deutschlands Abhängigkeit von China bei Arzneiwirkstoffen alarmiert: Ein Drittel der Medikamente könnte bei Lieferstopp fehlen, warnt Pro Generika.
Deutschlands Abhängigkeit von China bei Arzneiwirkstoffen alarmiert: Ein Drittel der Medikamente könnte bei Lieferstopp fehlen, warnt Pro Generika.
Deutschland ist für die Versorgung mit Medikamenten stark von China abhängig. Laut dem Pharmaverband Pro Generika bezieht das Land über ein Drittel der für die Arzneiherstellung wichtigen Wirkstoffe aus China. In einer neuen Studie wird darauf hingewiesen, dass vor allem Antibiotika, Diabetes- und Schmerzmittel von einem möglichen Lieferstopp stark betroffen wären. Die Autoren der Studie, zitiert von aerztezeitung.de, warnen, dass ein solcher Stopp große Versorgungslücken in Deutschland verursachen könnte, da alternative Bezugsquellen auf dem Weltmarkt nicht ausreichend verfügbar sind. Besonders problematisch sind die Investitionen chinesischer Produzenten in leistungsstarke Anlagen, die sie zu führenden Zulieferern gemacht haben. Bork Bretthauer von Pro Generika fordert politisches Handeln, um die Abhängigkeit zu verringern – ein Szenario wie beim russischen Gas dürfe sich nicht wiederholen. China könnte diese Abhängigkeit als politisches Druckmittel nutzen, ähnlich wie die Restriktionen im Zollstreit mit den USA. (dpa, aerztezeitung.de)
Ermittler: Kriminelle im Gesundheitswesen oft im Vorteil
Kriminellen im Gesundheitswesen gelingt Betrug oftmals zu leicht, warnen Ermittler, die vermehrt gegen Abrechnungsbetrug wie bei Corona-Tests vorgehen.
Kriminellen im Gesundheitswesen gelingt Betrug oftmals zu leicht, warnen Ermittler, die vermehrt gegen Abrechnungsbetrug wie bei Corona-Tests vorgehen.
Ermittler im Gesundheitswesen sehen Kriminelle oft im Vorteil. Wie Oberstaatsanwalt Torsten Haase, kommissarischer Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung von Kriminalität im Gesundheitswesen, der „Süddeutschen Zeitung“ mitteilte, sei es "leider teilweise nicht allzu schwer, im Gesundheitswesen zu betrügen". In Bayern bündelt diese Einheit seit fünf Jahren die Kräfte der Ermittler, um gegen kriminelle Machenschaften im Gesundheitswesen vorzugehen. Ein Paradebeispiel seien die Corona-Testzentren, wo häufig Schnelltests berechnet wurden, die nie stattgefunden hätten. Derzeit laufen in dieser Angelegenheit noch 76 Verfahren, und im Jahr 2025 wurden 45 neue Verfahren eröffnet. Die Spezialeinheit, bestehend aus 14 Staatsanwälten, IT-Spezialisten und Fachkräften für Abrechnungswesen, erfordert besondere Kenntnisse, um Betrug nachzuweisen. Laut Haase werden Leistungen teilweise falsch abgerechnet, was den Verdacht auf systematischen Betrug verstärkt. 2024 seien bereits 50 Anklagen erhoben worden, und 2025 bislang 45.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
20.10.2025
Revolution in der Alzheimertherapie: Injektionen statt Infusionen
Injektionen statt Infusionen könnten die Alzheimertherapie revolutionieren, mit schnelleren Ergebnissen und weniger Belastung für Patienten.
Injektionen statt Infusionen könnten die Alzheimertherapie revolutionieren, mit schnelleren Ergebnissen und weniger Belastung für Patienten.
Die Alzheimertherapie könnte vor einem bedeutenden Wandel stehen. Anstatt der bisher üblichen Infusionen sollen künftig Injektionen eingesetzt werden, welche die Behandlung für Patienten erheblich vereinfachen. Auch die Diagnostik könnte sich ändern: Anstelle einer Liquorpunktion soll ein einfacher Bluttest treten, was eine schnellere und weniger belastende Diagnosestellung ermöglicht. Zudem erwartet man von der neuen Therapieform eine schnellere Wirksamkeit bei gleichzeitig geringeren Nebenwirkungen. Diese Entwicklungen könnten die Behandlung von Alzheimer grundlegend verbessern und den Umgang mit der Krankheit vereinfachen (Quelle: aerztezeitung.de).
Therapeutische Wundprodukte bleiben verordnungsfähig auf Kasse
Therapeutische Wundprodukte bleiben weiter auf Kassenkosten verordnungsfähig, da die Koalition eine Neudefinition des Verbandmittelbegriffs plant.
Therapeutische Wundprodukte bleiben weiter auf Kassenkosten verordnungsfähig, da die Koalition eine Neudefinition des Verbandmittelbegriffs plant.
Die therapeutischen Wundprodukte bleiben ein weiteres Jahr lang auf Kasse verordnungsfähig. Laut einer Meldung der 'Ärzte Zeitung' kündigt die Koalition eine Neudefinition des Verbandmittelbegriffs an, um sicherzustellen, dass bewährte therapeutische Wundauflagen auch ohne aufwändigen Nutzennachweis Teil der Regelversorgung bleiben können. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und das Budget der Krankenkassen haben.
Krankenkassen: Mahnungen müssen konkrete Folgen bei Rückstand aufzeigen
Krankenkassen müssen in Mahnungen bei Beitragsrückständen konkret vor den Folgen eines Ruhens des Leistungsanspruchs warnen, entschied das LSG München.
Krankenkassen müssen in Mahnungen bei Beitragsrückständen konkret vor den Folgen eines Ruhens des Leistungsanspruchs warnen, entschied das LSG München.
Das Landessozialgericht München hat entschieden, dass gesetzliche Krankenkassen ihre Versicherten bei einem Beitragsrückstand von mehr als zwei Monaten bereits in Mahnschreiben über die konkreten Folgen eines Ruhens des Leistungsanspruchs informieren müssen. Dies sei erforderlich, um Versicherte rechtzeitig zu warnen. Im zugrunde liegenden Fall der Techniker Krankenkasse wurde das Ruhen des Leistungsanspruchs einer freiwillig Versicherten zu Unrecht festgestellt, da die Mahnung nur allgemein von „Einschränkungen“ sprach. Zudem gibt es laut Gericht keine Rechtsgrundlage für die Sperrung der elektronischen Gesundheitskarte wegen eines Ruhens des Leistungsanspruchs. Informationen darüber könnten jedoch auf der Karte vermerkt werden, um Missbrauch vorzubeugen. (Quelle: aerztezeitung.de)
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
17.10.2025
Bundesweite Reform: Einheitliche Pflegeassistenz-Ausbildung ab 2027
Ab 2027 wird die Pflegeassistenz in Deutschland vereinheitlicht: Eine neue Ausbildung ersetzt 27 Landesregelungen und ermöglicht flexible Berufseinsätze.
Ab 2027 wird die Pflegeassistenz in Deutschland vereinheitlicht: Eine neue Ausbildung ersetzt 27 Landesregelungen und ermöglicht flexible Berufseinsätze.
Der Beruf der Pflegeassistenz in Deutschland wird reformiert. Ab dem 1. Januar 2027 ersetzt eine bundesweit einheitliche Ausbildung die bisherigen 27 unterschiedlichen Landesregelungen, wie die "Ärzte Zeitung" berichtet. Der Bundesrat hat das entsprechende Gesetz nun gebilligt. Diese neue Ausbildung ist generalistisch konzipiert und deckt Bereiche wie stationäre Langzeitpflege, ambulante Pflege und stationäre Akutpflege ab. Absolventinnen und Absolventen können so flexibel in verschiedenen Einrichtungen tätig werden. Die Ausbildung dauert in Vollzeit in der Regel 18 Monate, mit Möglichkeiten für Teilzeitmodelle und verkürzte Ausbildungszeiten bei einschlägiger Berufserfahrung. Ein Hauptschulabschluss ist im Regelfall erforderlich, aber auch ohne formalen Schulabschluss kann bei positiver Eignungsprognose der Zugang ermöglicht werden. Erstmals wird eine verbindliche Ausbildungsvergütung eingeführt. Kritiker bemängeln die Ausbildungsdauer als zu kurz und die Startvoraussetzungen als zu weit gefasst. Positiv gewertet wird die leichtere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
17.10.2025
Optimierte Hausarzt-Visiten: Entlastung für Pflegepersonal im Fokus
Hausarzt-Visiten optimieren: Dr. Torben Brückner zeigt, wie Pflegepersonal entlastet und unnötige Besuche vermieden werden können.
Hausarzt-Visiten optimieren: Dr. Torben Brückner zeigt, wie Pflegepersonal entlastet und unnötige Besuche vermieden werden können.
Gestresstes Personal und unnötige Besuche in Pflegeheimen könnten leichter vermieden werden, meint Dr. Torben Brückner. Auf der jüngst stattgefundenen practica-Konferenz thematisierte er die Herausforderungen bei Visiten in Pflegeeinrichtungen und präsentierte praktische Ansätze zur Optimierung dieser Besuche. Die aktuelle Praxis zeigt häufig Schwächen, die durch gezielte Veränderungen erheblich gemildert werden könnten. Vor allem in der Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Pflegepersonal sieht Brückner Potenzial für Verbesserungen. Die Diskussion auf der Konferenz verdeutlichte, dass bessere Kommunikation und abgestimmte Abläufe nicht nur Stress beim Personal reduzieren, sondern auch für die Patienten von Vorteil sein könnten. Die Ärztekammer betonte die Wichtigkeit solcher Diskurse und nimmt die Erkenntnisse aus der practica mit in ihre Überlegungen, wie das Miteinander im Pflegekontext weiter gefördert werden kann (Quelle: aerztezeitung.de).
Gesundheitswesen: Elektronische Patientenakte seit Oktober Pflicht
Seit 1. Oktober 2025 ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen Pflicht, sofern Patienten nicht widersprechen.
Seit 1. Oktober 2025 ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen Pflicht, sofern Patienten nicht widersprechen.
Seit dem 1. Oktober 2025 sind alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen, darunter Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken, verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) zu verwenden und mit medizinisch relevanten Daten zu befüllen. Dies gilt für alle Patienten, die nicht widersprochen haben. Verantwortlich für die technische Umsetzung ist die Gesundheitsagentur Gematik, die mehrheitlich im Besitz des Bundesgesundheitsministeriums sowie von Verbänden der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen ist. Nach Angaben der Gematik verfügen mittlerweile über 90 Prozent der Arztpraxen über die technische Ausstattung, um die ePA zu betreiben. Hingegen arbeiten Krankenhäuser noch nicht flächendeckend mit der ePA, da vielerorts noch Softwareanpassungen erforderlich sind. Verbraucher können ihre Daten über die ePA-App ihrer Krankenkasse jederzeit einsehen. (Quelle: Stiftung Warentest)
Pflanzliche Mittel wirksam gegen wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Pflanzliche ITC aus Kapuzinerkresse und Meerrettich senken das Risiko wiederkehrender Harnwegsinfektionen stärker als Antibiotika, zeigt eine Studie.
Pflanzliche ITC aus Kapuzinerkresse und Meerrettich senken das Risiko wiederkehrender Harnwegsinfektionen stärker als Antibiotika, zeigt eine Studie.
Wie Real-World-Daten aus einer Studie nahelegen, führen pflanzliche Arzneimittel mit Isothiocyanaten (ITC) aus Kapuzinerkresse und Meerrettich zu signifikant weniger Rezidiven bei frühen, sporadischen und wiederkehrenden Harnwegsinfektionen im Vergleich zur initialen Behandlung mit Antibiotika. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der ITC wurden sowohl in klinischen Studien als auch unter Alltagsbedingungen bestätigt, wie Studienergebnisse zeigen [Quellen: 1, 2, 3]. Laut dem Bericht von "Ärzte Zeitung" gab es innerhalb eines Jahres nach der Verordnung signifikant weniger Rückfälle.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
16.10.2025
Arbeitsschutz: Bürokratieabbau-Konzept entlastet Wirtschaft um 200 Mio Euro
Das neue Bürokratieabbau-Konzept im Arbeitsschutz entlastet die Wirtschaft um 200 Millionen Euro jährlich durch effiziente und digitale Regelungen.
Das neue Bürokratieabbau-Konzept im Arbeitsschutz entlastet die Wirtschaft um 200 Millionen Euro jährlich durch effiziente und digitale Regelungen.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ein Konzept zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz präsentiert. Es sieht vor, die Arbeitsschutzregelungen effizienter und digitaler zu gestalten, um so die Zukunftsfähigkeit zu stärken und die Wirtschaft zu entlasten. Das Konzept wird in drei Phasen umgesetzt. Das erste Paket wird im Rahmen eines Sofortprogramms und eines Kabinettsbeschlusses Anfang November gestartet. Ziel ist, das Arbeitsschutzrecht stärker auf tatsächliche Gefahrenlagen auszurichten. Kleine und mittlere Unternehmen sollen von vereinfachten Regelungen profitieren, indem beispielsweise für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten die Pflicht entfällt, Sicherheitsbeauftragte zu bestellen. Mit diesen Maßnahmen, die im Rahmen des Koalitionsvertrags von 2025 umgesetzt werden, rechnet das Ministerium mit einer jährlichen Entlastung der Wirtschaft von etwa 200 Millionen Euro.
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